Auslandshöhlenbeschreibung ÖFFENTLICH
Höhle:

Vegghellir

[ verschleiert Verschleierte Informationlink ]
Lage: Snæfellsnes, 60 Minuten zu Fuß von der Straße 55
Koordinaten: N64°52.41' W22°13.751' [110m]
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Typ: Lavaröhre
Länge: 320 m
Bewertung: 75
Anspruch: 3
Material: ---
Verschlossen: ---
Gesamtzeit: 5:02 Stunden
Bekriecher: Florian Seeleitner
Spektakuläres: VegghellirVegghellirVegghellir
Missionen:
Beschreibung:

Vegghellir

Über die Höhlen im Lavafeld des Vulkans Gullborg (Gullborgarhraun) gibt es Geheimnisvolles zu lesen. Man schreibt, diese Lavahöhlen im Hnappadalur wären von außerordentlicher Schönheit und mit vielen der seltenen Stalagmiten befüllt gewesen. Als der Landwirt Guðmundur Albertsson diese Höhlen in den 50er Jahren auf seinem Grund entdeckte, machte dies schnell die Runde. Der Bauer setzte sich zwar für den Schutz dieser Höhlen ein, doch in nur wenigen Jahrzehnten wurden die Röhren komplett leergeräumt. Ein für isländische Verhältnisse sehr langer Zeitraum, vermutlich der Abgeschiedenheit des Tals zu verdanken.

Vegghellir

Will man sich selbst ein Bild vom Zustand machen, fährt man zunächst die gute Schotterpiste 55 auf der Snæfellsnes-Halbinsel entlang, bis einem das unübersehbare Schild "Gullborgarhellar" (-hellar = -höhlen) am Wegesrand erste Hinweise gibt. Für gewöhnlich sind bei solchen Schildern größere Parkplätze angelegt, Hinweistafeln aufgestellt und ein ausgebauter Weg führt zur angepriesenen Sehenswürdigkeit. Hier: absolut nichts. Das Schild zeigt einfach nach Westen in ein riesiges Lavafeld, das etwa 7000 bis 9000 Jahre alt ist. Immerhin.

Das Parken gestaltet sich nicht ganz trivial, da der Boden aus Treibsand zu bestehen scheint und außer der Straße selbst kein befestigter Untergrund in der Nähe ist. So fährt man etwas nach Süden bis zu einer Parkbucht und läuft zum Schild zurück.

Vegghellir

Hier schlägt sich der Abenteurer zunächst durch den tatsächlich sehr nachgiebigen Boden in westliche Richtung. Hin und wieder entdeckt man ein Steinmännchen, das den Weg weist. Allerdings sind solche Steinhaufen in dieser Mondlandschaft kaum auszumachen, meist sieht man sie erst wenn man direkt daneben steht.

Der Weg bietet jede Menge Abwechslung. Von tiefen Spalten, über eingestürzte Hohlräume, weiter über Blockhalden mit Klettereinlagen und eine sehr große und gleichermaßen ekelhafte Treibsandfläche geht es stets westwärts. Nach 40-60 Minuten, je nach Erfolg bei der Steinmännchendetektion, erreicht man größere Einbrüche und steht vor gewaltigen Eingängen.

Wie später nachgelesen wurde, soll im Krater der Haupthöhle "Borgarhellir" wiederum ein Schild stehen, das die erfolgreiche Ankunft verkündet. Steht man vor einer riesigen Doline ohne Schild, hat man eine der anderen Höhlen im Lavafeld entdeckt - so auch hier.

Der Krater misst vermutlich 6-8m im Durchmesser und lässt sich auf einer Seite etwa 3m abklettern. Am Boden erwarten den Besucher ansehliche Eisskulpturen.

Vegghellir

Wie bei Lavahöhlen oftmals üblich, zieht sich der Gang annähernd horizontal unter der Erdoberfläche dahin und ändert seine Gestalt und seinen Durchmesser kaum. Hier hat man es mit einem Exemplar zu tun, das anfänglich mit etwa 3m Deckenhöhe und 5m Gangbreite glänzt. Immer wieder muss Verbruch von der Decke überklettert werden, aber die Charakteristik des Ganges wird beibehalten. Nur ganz allmählich werden die Dimensionen kleiner und nach etwa 70m erreicht man eine Stelle, in der eine offenbar künstlich aufgeschichtete Mauer nur einen kleinen Durchschlupf lässt.

Aufgrund dieser Wand konnte die Höhle im Nachhinein als "Vegghellir" (Vegg = Wand) identifiziert werden. Diese Mauer wurde von Gesetzlosen errichtet, um sich besser verstecken und abschotten zu können, die Höhle wurde als Zufluchtsort und Versteck genutzt.

Vegghellir

Mittlerweile hat sich die Deckenhöhe auf 2m heruntergeschraubt, man kann meist noch aufrecht gehen. Nachdem man einige größere Hallen mit markanten Deckenschloten passiert hat, warten weitere Deckenabbrüche darauf, überklettert zu werden.

Aufgrund der großen Abgeschiedenheit der Höhle und der Tatsache, dass man bereits sehr viel Zeit mit der Suche und schließlich mit der Fotografie verbracht hat, wurde die Röhre nicht zur Gänze befahren.

Es kann jedoch festgestellt werden, dass die Pracht der Höhle mit jedem Meter größer wird und vermutlich in führeren Zeiten noch deutlich größer war. Am Boden finden sich Gesteinsbrocken in allen Farben und Formen und an der Decke hängen Lavastalaktiten, oftmals mehrfarbig und mit Exzentriker-Auswüchsen.

Vegghellir

Am Nachmittag scheint zudem die Sonne direkt in den Einstiegskrater und erhitzt die Eisstalagmiten, so ergibt sich ein dampfendes Schauspiel. Für den Rückweg wählt man am besten die gleiche Route wie für den Hinweg, evtl. mit einigen kleinen Optimierungen.

Die schönste und von den Dimensionen her größte Höhle Borgarhellir müsste sich in unmittelbarer Nähe befinden, konnte aber nicht ausgemacht werden.

Fazit : Sehr eindrucksvolle Röhre, die man als höhlenbegeisterter Tourist nicht unstrapaziert lassen sollte!

Erzeuger: Autor: Florian Seeleitner 07.07.2014 - 00:23:29
KOORDINATEN REAKTOR ZWEI VERSION 0.22 - HIRNMACHT
CAVESEEKERS
Links: Paper mit einigen Hintergrundinfos
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