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Beschreibung: |
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Das Silberloch vermittelt, von aussen betrachtet, den Eindruck einer typischen
Rentnerhöhle - auch wenn die Bank und der Tisch vor ihr fehlen: Ein gut
sichtbarer, leicht begehbarer Eingang, nach dessen problemloser Bezwingung
bereits wieder aufrecht gegangen werden kann.
Im weiteren Verlauf des Hohlraums wandelt sich das Bild jedoch auf
dramatische Weise. Das Silberloch entwickelt sich nach und nach zur schlimmsten
Höhle die wir kennenlernen durften, und offenbart ein kaum vorstellbares
Gefahrenpotential für den Bekriecher. Das ist auch der Grund, warum wir die
Lage dieser Höhle nicht preisgeben.
Der Eingangsbereich ist stark zerstört - es läßt sich nur noch erahnen, wie
es hier eventuell einmal ausgesehen haben könnte. An der ersten Kletterstelle
kann die Notdurft eines modernen Höhlenmenschen bewundert werden - zusammen
mit reichlich anderem Abfall.
Ist dieses Hinderniss überwunden, findet man sich in einem ehemaligen
Flussbett wieder, welches nach hinten hin sehr stark verschwemmt ist. Glücklicherweise
führt ein angenehmer Schluf durch die Verschwemmung, und man gelangt weiter
zu einem weiteren völlig versinterten und sehr schmierigen Aufstieg. Bis zu
diesem Zeitpunkt ist der Schlaz ein wenig mit Lehm beschmiert, doch das mitgeführte
Material ist noch sauber - und damit funktionstüchtig...
In der ansehnlich versinterten Halle angekommen, findet sich auch gleich
ein weiteres Loch im Boden, durch das verschwunden wird. Hier offenbart sich
nun eine Art Labyrinth, durch dass man sich solange kopflos fortbewegt, bis
man auf DEN SCHACHT stößt. Der Schlaz ist inzwischen fast völlig mit Lehm beschmiert,
jedoch noch nicht durchnässt, und die Lehmschicht ist nur maximal einen Millimeter dick.
Der Schacht ist schätzungsweise 40 Meter tief, und das kleine Loch, durch welches
man ihn entdeckt, befindet sich ungefähr 30 Meter über dessen Boden (den man
von hier aus mit unserem Leuchtwerk noch nicht erkennen kann). Weil der Schacht
absolut senkrecht abfällt, stellt sich sehr schnell ein gewisses Unwohlsein ein.
Macht aber nichts - nach 35 Minuten Diskussion über die Vor- und Nachteile eines
Absturzes seilt man sich ab, und hat bereits Probleme mit dem Bremsen, weil
der Achter völlig mit Lehm verschmiert ist.
Stolz unten angekommen verdrängt man dann den Gedanken an den Wiederaufstieg, und
suhlt sich stattdessen im noch feuchteren und dort tatsächlich omnipräsenten Lehm, um
weitere Gänge zu entdecken. So gibt es einen direkt unter dem Boden des Schachtes und
einen weiteren, der zu einen lustigen Siphon führt - wer wissen will, wie
es dahinter weitergeht: beeindruckend.
Kaum hat man sich durchs Wasser gedrückt, findet man sich in einem Spalt wieder,
der mit den letzten Kräften erklommen werden muss. Hier tut sich dann der größte
Raum der Höhle auf. Es scheint in nahezu alle Richtungen Fortsetzungen zu geben -
jedoch führen sie selten sehr weit. Es existiert ein Schacht in die Tiefe, der aus
Materialmangel noch nicht untersucht werden konnte.
Inzwischen ist der Schlaz komplett mit einer 5 Millimeter dicken, feuchten
Lehmschicht bedeckt. Selbst der Unterschlaz ist feucht. Das Gewicht des Höhlengängers
hat sich um ca. 15 Kilo erhöht, das Gewicht des Materials nochmals um 15 Kilo.
Der Aufstieg erweist sich als sehr mühsam, weil, bedingt durch den vielen Dreck
die Seilklemmen nicht mehr fassen und dann ohne Vorwarnung abrutschen. Das
Entfernen der Seile und das Ablegen des Fallgurtes erfordern alle Kräfte, weil
sich jeder Karabiner und jede Schnalle seiner/ihrer Öffnung wiedersetzten. Der
Schlaz und die Schleißsäcke bleiben überall kleben und erschweren dadurch die
gesamte Situation.
Nach über 7 Stunden verlässt man dann erleichtert das Silberloch und weiss
genau, dass man für mindestens eine Woche von der Höhlerei genug hat. |