| Besprechung: |
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Zu Pfingsten werden im religiösen Wahn nicht nur reichlich weit hergeholte Wunder ausgeschlachtet, nein, hin und
wieder geschehen auch noch welche. Nicht bei den Teletubbis, bei Günter Jauch oder etwa nach der nächsten Bundestagswahl, nein - hier und
jetzt, und das sogar mitten in Franken.
Ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit hatte Prof. Dr. Heumann unter Einsatz seines Lebens - und beträchtlicher Mengen Alkohol
- den Hüter der Pforte - im Nebenberuf Bauersmann - übewältigen können, und eine Führung exklusiv für die Caveseekers ausgehandelt.
Über Ausbrüche von Lynchjustiz seitens des vertraulich link und seiner Randorganisationen sowie das weitere Schicksal dieser Schlüsselfigur
ist derzeit nichts bekannt.
Obwohl die Teilnehmerzahl eigentlich auf zehn begrenzt bleiben sollte, fand sich ungefähr die zweifache Menge vor dem Loch ein. Vor
den - verdächtig kleinen - Augen derjenigen, die zu dieser frühen Stunde noch immer doppelt sahen oder mit anderen Ausfallserscheinungen
zu kämpfen hatten, muß also eine größere Menschentraube geschwankt haben.
Durch den betont selbstlosen Verzicht des Herrn Wipplinger, ungefähr acht oder neun mal vorgetragen, konnte der alte Herr erfolgreich so
verwirrt werden, daß ihm letztendlich egal war, wer sich alles ins Loch mogelte. Wahrscheinlich war es ihm inzwischen auch peinlich, mit
uns gesehen zu werden. Hauptsache weg von der Bildfläche.
Den Teilnehmern, die in der Erwartung einer Führung durch eine Schauhöhle unter amtlicher Aufsicht angereist waren, rutschte in Anbetracht
des Zustiegs bereits das Herz in den Schlaz, war doch betont worden, das Ganze sei völlig ungefährlich.
Herr Heumann, auf dem Höhepunkt seines Ruhmes, war zu allerlei Späßen aufgelegt und schickte die Ahnungsloseren erst einmal in die Wüste,
sprich entgegengesetzte Richtung. Die Profis ließen sich von solchen Albernheiten nicht beeindrucken und bewegten sich instinktiv auf dem
einzig verbleibenden Weg. Leider wußten sie da noch nichts von dem Schabernack und wähnten die Frauen und Kinder vor- sich.
Böses ahnend kroch Herr Arendt zwar sofort nach dem Bemerken des Verlustes der halben Mannschaft zurück, für seine Frau und - gerechterweise -
Herr Heumanns Begleitung kam aber jede Hilfe zu spät. Die beiden waren, sich in einem Blindschluf wähnend, anstatt einfach nach oben
zu schauen und so das Geheimnis der vielen Fußabdrücke an dieser Stelle zu lüften, in Panik geraten und lieber rückwärts geschluft, ehe sie
sich sinnvollerweise aufgerichtet hätten. Alle Versuche, sie wieder zu beruhigen waren vergebens, so das sie sich alsbald wieder in Gesellschaft
des Herrn Wipplinger befanden.
Dieser verzichtete rücksichtsvollerweise darauf, die Damen mit dem Vortragen merkwürdiger, größtenteils von ihm selbst frei erfundener
Volkslieder zu trösten.
Freundlicherweise verzichtete er auch darauf, von der Situation abzulenken und von den peinlichen Aussetzern des Herrn Arendt zu berichten.
Die schlüsseltragende Amtsperson traf ob dieser Verzögerungstaktik leicht verspätet am Ort des Geschehens ein und sah sich mit der
alptraumhaften Situation völlig disziplinlos in alle Richtungen trampelnder, wild um sich blitzender Irrer konfrontiert. Diese an sich
artgerechte Verhaltensweise erregte ihren Zorn und es folgte ein Anschiss mit anschließendem Monolog über anscheinend sehr niedrig
angesetzte geistige Horizonte, dreckige Stiefel, sauberen Sinter und die Unvereinbarkeit von beidem.
Mit Kommentaren wie ´´schlimmer als im Kindergarten``, ´´mein Gott, sind wir hier beim HFKFGHF``oder ´´was hat er denn, wäre ich doch in
Slowenien geblieben`` fügte man sich wiederwillig diesen Allmachtsphantasien und kramte die mitgebrachten Pantoffeln heraus. Die vom
Generalsekretär waren zartrosa. Mit Häschen drauf.
Herr Heumann rettete die Situation, indem er den Hausherren in tiefgeistige Gespräche über Badfliesen und kürzlich entdeckte Dolinen in
der Bamberger Innenstadt verwickelte, während einige Pantöffelchen leise davonschlichen. Leider entstanden so nur die üblichen, total
langweiligen Bilder dümmlich vor sich hin glotzender Tropfsteine, während man peinlich bemüht war, auf keinen Fall irgendwelche Füße im
Bild zu haben.
Aufkommende Hungergefühle und die wachsende Ungeduld der Aufsichtsperson führten dann zum Abbruch der Mission sowie der Einsicht, daß der
Spaßfaktor einer Bekriechung im umgekehrt proportionalen Verhältnis zum dafür notwendigen Maß an Legalität steht.
Trotzdem war es irgendwie schön, auch wenn sich das natürlich niemand offiziell eingestehen würde.
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