Neues - Missionen, Spezialeinsätze und Politik.

Stephan BunkFriedrich Schweikert

Mission 290: Die Drei unter der Brücke
15:30 - 19:30 [16:15 - 17:00]: "Überraschend geräumig", bemerkte Hr. vertraulich Vertrauliche Informationlink. "Selbst über den Geruch hinweg.". Abwesende Hartz 4 Wohnhöhlenbewohner hatten leider ihre Habseligkeiten liegen gelassen. Das schmerzt im Auge! Ob nun mit oder ohne Arbeit - das Aufräumen sollte in Zukunft zu einer weiteren Zuteilungsvoraussetzung erhoben werden. Derartige Kontrolle würde weiteren Beamten oder öffentlichen Angestellten die Arbeitsplätze sichern. Der Steuerzahler hat´s ja.

Jürgen WipplingerNorman ZimmerStephan BunkPeter KlampflFriedrich Schweikert
Andreas Meyer

Mission 289: Stahlwille
15:34-06:38 [19:51-22:07]: Wer von drei Gruppen zuerst ins Loch einfällt und nach 11 Stunden als letzter wieder auswankt, der hat bewiesen, dass ihm nichts an der eigenen Gesundheit liegt. Um fair zu bleiben, darf zu unserer Schande allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass wir nicht etwa weiter oder gar tiefer in die Höhle vorstießen als die anderen Gruppen. Nein, der Schweizer scheint im allgemeinen nur unerhört fit am Berg zu sein.



Rotwandreibn - Kümpflscharte: Ausbilder mit Höhlenrettungsanwärter

Rotwandreibn - Bergwacht München
Die Bergwacht ist in Bayern für die Höhlenrettung zuständig. Darum müssen alle an der Höhlenrettung Interessierten Prüfungen zu Ski und im Klettern über sich ergehen lassen. Wer also nicht am dynamischen Seil vorsteigt oder formvollendet mit dem Akja zu Tale fährt, rettet hierzulande offiziell nicht aus Höhlen.

Meine persönliche Ansicht: Ski sind in Höhlen hinderlich und dynamisch gesicherte Mehrseillängen im Vorstieg kennt der Höhlenforscher auch nicht - Stichwort Statisches Seil! Diese an der Praxis orientierten Überlegungen kümmern leider jedoch nicht! Abverlangt wird eine Skitour, meine Erste nach vielen Jahren. Schmerzhaftes Zwischenergebnis: Je zwei Blasen an den Schienbeinen und eine blutende offene Stelle am rechten vorderen Fußballen - keine Ahnung wie der Mediziner sagen würde. Die Nachbesprechung ergab, man solle allgemein mehr üben, so 20 Skitouren sollten es schon sein.

Wer möchte schon das Hobby wechseln? Ist es vielleicht schwierig mit der Höhlenrettung und dem Nachwuchs - ganz allgemein? Es nutzt niemanden, wenn die Anzahl der potentiellen Höhlenretter mit den geltenden Bergwachtprüfungen gegen Null konvergiert, der Bedarf jedoch in dekadischen Einheiten oder gar Hundertschaften am Untersberg gemessen wird. Wie wird eigentlich Herr vertraulich Vertrauliche Informationlink aus dem Styxsyphon befreit? Hat er den Obolus für Charon, damit er - im Fall des Falles - nicht als Schatten in der Höhle umherirrt?

Wahrscheinlich ist alles ganz anders und meine Bedenken sind unberechtigt, denn eine Skitour neben der Regel war schon ganz schön!

Norman ZimmerJutta Schwab

Mission 288: Schnitzelbauch durch Jungfernschluf
20:58-23:48 [20:58-23:48]: Die Fahrt zum Zwischenziel begann so wie es bei den Reichen und Schönen heute so üblich ist: Zwei Navis plus zwei Insassen gleich vier Meinungen. Für jede der vier Himmelsrichtungen wurde lautstark ein Plädoyer abgegeben. Letztendlich hat aber dennoch weibliche Intuition gesiegt - zumindest reichte es für eine erste, mit überschlagender Stimme angesagte Richtungsanweisung. Als das erste Ziel erreicht war, lauerte bereits das nächste Ungemach im schon bereitstehenden Transfer-Service-Mobil-Pendecho: Teile der Höhlenkluft wurden als noch 'nass' befunden: Inkontinenz kann grausam sein. Doch Dank kamaradschaftlicher Zweithöhlenkluft konnte auch diese Hürde genommen werden. Man fuhr weiter. Nach einer ca. einstündigen und zur Abwechslung mal sehr angenehmen Fahrt ins Zielgebiet, kam man endlich beim 'Felsenwastl' an. In dieser doch sehr gemütlichen, rustikalen und empfehlenswerten Wärdschafd, erwartete uns ein - im wahrsten Sinn des Wortes - atemberaubender Empfang - Totenstille! Zahlreiche Augenpaare - teils von grauem Star, teils von Alkohol getrübt - alle auf uns gerichtet!

Michael KreilOliver WolframPeter Klampfl

Mission 287: Ranzen unterwegs
19:45-02:23 [21:00-00:31]: Diesmal waren die Erwartungen eigentlich auch nicht höher als bei den letzten Missionen. Darum traf man sich wie immer an der Rakete, um bei wolkenverhangenen Himmel und vertraulich Vertrauliche Informationlink -schein erneut sein Glück zu versuchen.



Schwarzes CaveSeekers Mobil - offenbar mit Migrationshintergrund - und ein paar farbige VHM Rücksäcke.Im Föhnsturm oberhalb der HöhleWas mit Wasser geschehen kann - gar schön
Eisgebilde noch intaktStalagmit aus Eis

51 Fledermäuse
Guten Morgen, Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte! Wo kommen Sie her, wo fahren Sie hin? Fledermauszählen!? Dann fahren Sie bitte mal rechts raus!

Die erste Fledermauszählung und der erste offizielle Höhlen-Nissan Einsatz: Es wurden 51 Fledermäuse fünf unterschiedlicher Arten gezählt. Eine der Arten, das Große Mausohr, schien wie ein dicker Hamster an der Decke zu hängen. Auch eine Mopsfledermaus war gesichtet. Am häufigsten gesehen wurden Kleine Bartfledermäuse. Diese hingen zum Teil in dicken Paketen an der Decke.

Die Aktion für die Koordinationsstelle Südbayern hat unerwartet viel Spaß bereitet - nächstes Jahr wieder!



Gegenüberstellung - Wahrlich schlimm! Wer erkennt Mr. Foster aus Falling Down?

Besuch in der Mühlbachquellhöhle
Auf Wunsch der KGM: Keine Bilder und kein Bericht.vertraulich Vertrauliche Informationlink dbreak -- Völlig übermüdet - daher recht frierend - rein in den Neo: 3mm und ein 7mm Oberteil, mein natürlichlicher Biopren reichte nicht aus. Im Zugangsstollen war es dann sehr warm. Bei einem Querschnitt von etwa 50 cm Breite auf 80cm Höhe ging es zum Teil schlufend, recht komfortabel auf Brettern rutschend, in die Tiefe. Mit dem Stollen wurde ein Seitenarm der Quellhöhle angefahren. In diesem gelangt man teils recht schlammig - zum Abschluß noch über eine abwärtsführende Leiter - in den wasserführenden Teil. Ein eindrucksvoller Tropfstein ist Torwächter. --dbreak -- --bold --Surreal!--dlob -- Die Höhle wurde erst 2001 entdeckt, das ist sichbar: Unberührte Sandbänke, zumeist schneeweißer Sinter. Eine Kreuzung aus der Falkensteiner Höhle und der slowenischen Kreuzberghöhle - Krizna Jama. Die Mühlbachquellhöhle ist überaus sehenswert. Die Wassertemperatur hatte angenehme 9,4 Grad Celsius. Der Anspruch an die Befahrung ist dem der Falkensteiner vergleichbar. Wer es dort bis nach den dritte Siphon geschaft hat, wird auch in der Mühlbachquellhöhle keine Probleme haben. Trittsicher sollte jeder sein. Fehltritte oder -griffe hinterlassen auf Jahre Spuren. Dies wäre schade, denn noch stellt sich in der Mühlbachquellhöhle das Gefühl einer Erstbefahrung ein. Die --bold --Terra Incognita--dlob --, geschätzte 100 einsehbare Quadratmeter unter einem Schlot ist wirklich noch völlig unbetreten. --dbreak -- In der Höhle finden sich sprichwörtlich Tropfsteine aneinander gereiht. Spuren von Röhren fossiler wurmartiger Lebewesen ragen aus der Decke - letzteres ist mir sonst noch nie aufgefallen. Zwei Wasserfälle wurden überklettert, durch Seen und Pseudosiphone auf dem Rücken liegend geschwommen. Der Wasserstand war nicht sonderlich hoch, wir hatten meist 10 Zentimeter Luft. Die Sandbänke umgingen wir auf den Außenseiten des Bachlaufes, denn schon einzelne Fußspuren auf den Sandbänken verändern den Wasserlauf. Teilweise bestehen die Anschwemmungen auch aus Treibsand - schauen fest aus, sind jedoch nicht belastbar. Fester Boden befindet sich 2 Meter tiefer. --dbreak -- Unser Umkehrpunkt war der etwa 5 Meter lange Siphon im Nordgang, dahinter liegt der größte bisher gekannte Höhlenteil. Der Rückweg - raus, wie rein - gestaltete sich deutlich schneller. Trotzdem waren wir über 4 Stunden in der Höhle.--Schön!



Aragonit oder auch Eisenblüte - Krass!

Memento mori - Kloster Melk
Wenn Österreich mit dem Kloster nur nicht so weit weg wär, es würde sich lohnen öfter zu kommen. Pater Jeremia, Mitglied im Landesverein für Höhlenkunde in Oberösterreich (LVH) hat zur Nachlese 2008 eingeladen. Kommen durfte jeder, der sich an den jährlichen Forschungswochen des LVH im August beteiligt hat. Übernachtungskosten? Man zahlt das, was man geben kann. Christliche Werte spielen in der kommerzialisierten Welt von heute kaum mehr eine Rolle, dies wird einem in den Mauern des Kloster bewußt. Nur Erinnerungen bleiben, Geld wird niemand mitnehmen können.

Neben diesen individuellen transzendenten Gedanken, ging es jedoch weitgehend irdisch zu. Der Auftakt des Treffen war der Besuch der überaus sehenswerten Mineraliensammlung des Klosters in einem wunderschönen Saal des Klosters, die in wesentlichen Teilen wiederentdeckt und durch Zuwendungen und viel Fleiß in den letzten Jahren vergrößert wurde.

Der Abend bot, neben einem üppigen Essen, viel Zeit zur Unterhaltung im Klosterkeller. Mir ist vor allem Grete, als jüngste Anwesende, in Erinnerung. Sie konnte an die 20 Höhlenforscher - annähernd die Hälfte der Anwesenden - dazu animieren mit ihr händchenhaltend Eisenbahn zu fahren. 'Tut! Tut! Tut! Alleine fahren mag ich nicht, drum nehm ich den vertraulich Vertrauliche Informationlink mit.' So ging es um die Pfeiler.

Mit Sicherheit der herzlichste Höhlenforscher Event, an welchem ich bislang teilgenommen habe. Sogar ganz sicher!

Claudia HirsnigOliver WolframJürgen WipplingerMichael HärtlOliver Arendt

Mission 286: Krüppelmachen
19:00-2:32 [21:12-00:33]: Das Loch zierte sich, wie eine 13 vertraulich Vertrauliche Informationlink Jungfrau vor der Hochzeitsnacht.

Bereits vor einigen Wochen wurde am Fuße einer Doline in einer Nacht- und Nebelaktion vergebens gesucht. Die umherirrenden Caveseekers hatten größte Mühen sich selbst zu finden. Für das eigentliche Loch blieb nicht viel Suchkapazität übrig. Dank unserer guten akustischen Wahrnehmung trafen sich die verlorenen Buben und Mädchen aber endlich wieder, sodass sie am Sonntag, den vertraulich Vertrauliche Informationlink unter schwierigsten Umständen den ersten Vorstoß in den herrlich frisch durchweichten Schlamm wagen konnten. Herr Bugelmüller war es, der mit seinem Ranzen die jungfräuliche Öffnung des Schachtes als erster deflorierte, um in ungeahnte Tiefen vorzustoßen. Was er am sprichwörtlichen Ende von Herrn Härtl´s Seil vorfand, war neben einigem Unrat, ein weiterer Spalt, der leider zu einem späteren Zeitpunkt erkundet werden musste.

Jürgen WipplingerSandra SchnurerOliver WolframClaudia HirsnigOliver Arendt
Michael HärtlStephan BunkMark WeissMichael KreilAntje Heidenreich


Idyllisch: Der verfrohrene See.Das Eis, die Kamera und der Kreil.Tür zu und Schlüssel im Fahrzeug. Kein Problem, wenn man Sicherheitsfachmänner in den eigenen Reihen hat.
Kurz vor der Erstbetauchung.Während der Erstbetauchung.Herr Arendt Ultrakrass: Nackig im Eis. Der Vollbart wärmt.
Idyllisch.Kettensägenmassaker.Hernach. Feuermachen.

Neujahrsbaden 2008
Erster Januar 2008, 14:00 Uhr. Aktion: 'Zipfel im Eis 2008'. Tradition seit 2005.

Bevor es ans jährliche eisige Vergnügen ging wurde lebensspendende Wärme getankt. Tropische Edelhölzer aus ostdeutscher Produktion - in Form von stark gebrauchten Toilettenbrillen, was den vertraulich Vertrauliche Informationlink Rauch über dem Sturmweiher erklären mag - und massive Wohnzimmerschränke im feinsten Gelsenkirchener Barock wurden den Flammentod übergeben. Die korrekte Brandbestattung überwachte Großinquisitor Wipplinger persönlich und freudig erregt. Dabei galt sein besonderes Augenmerk der Verhinderung der Freisetzung von Dioxinen. So wurde die illegale Entsorgung lackierter oder anderer behandelter Hölzer strickt verweigert.

Es folgte der Ernstfall, ein Härtetest auch für den gestandenen CaveSeeker. Herr Arendt, gestählt durch langjährigen Aufenthalt in sibirischen Gulags, hüpfte fast nackig, unter hysterischem Kreischen der anwesenden Damen, in die zipfelgrößereduzierende Brühe des Sees - er ist eine Art prähistorischer Vorläufer der Chippendales. Herrn Kreil folgte im 5 mm Neo als Forelle blau. Ganz oben in der Weicheiskala fand sich - wie erwartet - Herr Bunk. Dieser begleitete die ganze Mission wichtig gschafftelnd im wohlig warmen Trockentauchanzug.

Die Verschärfung, Tauchen von Loch zu Loch. Um möglichst dekorative Löcher in das Eis zu hacken wurde das Kriegsbeil des fränkischen Apachenhäuptlings vertraulich Vertrauliche Informationlink ausgegraben - ein wenig zweckfremd, jedoch wirksam!

Heroisch stürzten sich sogleich Herr Wipplinger und Herr Bunk gleich fallenden Kirschblüten oder japanischen Kamikazepiloten an den geschaffenen Zugängen unter die Eisdecke, wobei Herr Wipplinger seine diesbezüglich langjährige Erfahrung zugute kam. Er war ohne Bleigurt in der Lage, von unten am Eis entlang zu kriechen. Mit Hilfe eines handlichen Scheinwerfers, welcher von oben auf die Eisdecke leuchtete, wurden Herrn Wipplinger und Herrn Bunk der Weg zum nächsten Ausstiegsloch, nach dem Motto 'wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Caveseeker her', gewiesen. Ein Seil half ebenfalls. Als nächstes folgte Herr Kreil und konnte als lebendiger Eiswürfel durchaus überzeugen. Später folgten Herr Wolfram und Herr Härtl zur 'Zipfel-auf-drei-Millimeter-Schrumpfungskur'.

Den spektakulären Abschluss, der schon im letzten Jahrhundert sinnfreien Übungen, lieferte Herr Wipplinger. Mit dem Gesicht zur Eisfläche, gelotst durch die metaphysische Leuchtkraft des Geisteswissenschaftlers Herrn Bunk, tauchte er eine Traverse zu einem weiteren Loch. Die mögliche Einsammlung von 100 Punkten durch ein Hinausstrecken der Zunge mit gleichzeitigem Testen auf Festfrieren an der Eisdecke wurde nicht wahrgenommen. Herr Wipplinger tauchte brav am anvisierten Loch auf.

Nach Beendigung der geistigen Unterkühlungstouren folgte der gemütlichere Teil bei Wein, Weib und Gesang. Brennende Benzinöfen und pyrotechnischen Sprengeinlagen im Hiroshima-Format von Herrn Kreil wärmten zusätzlich. Während all dem mutierten die Semmeln, im Feuer unbeachtet, zu Brikett. Eine erotisch anmutende Kakophonie knarrenden Eises untermalte das Geschehen: Geräusche, welche jeder zumindest einmal im Leben gehört haben sollte.

Vier Stunden nach Sonnenuntergang wurden sämtliche ausgebrachten Stolperfallen und Tretminen entfernt. Die Teilnehmer des Spezialeinsatzes machten sich fett und aufgewärmt auf den Heimweg.