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Sonntag, 7:45Uhr, 4 Grad Celcius - die Frisur sitzt wie immer, die Motivation
ist groß.
Nach einer - für die Verhältnisse alter Männer - unglaublich kurzen
Vorbereitungszeit, wurden, zuwieder jedem gesunden Menschenverstand und ohne
auf die finanziellen Implikationen dieses tuns zu achten, folgende
Ausrüstungsgegenstände erstanden: Neoprenhosen, Neoprenjacken, Neoprensocken,
wasserdichte Helmlampen, wasserdichte Stablampen und wasserdichte Transportbehälter
(welche durch ihre Dichheit dazu beitrugen, dass der eine oder andere Wertgegenstand
nun im Arsch ist). Professionelle Taucherbrillen und diverses Kleinstmaterial
fand als Rest ehemaliger Hobbies kostenfrei Anschluß.
Während der sehr langen Anreise, fiel Augsburg durch seine Lage am absoluten
Arsch der Welt, wie so oft, negativ auf. Dennoch war die Stimmung im Fahrzeug
eher von freudiger Erwartung und diffusen Ängsten geprägt - immerhin würde
zum ersten Mal im Leben ein Neoprenanzug angezogen werden, um in unbeheiztem
Wasser fernab von Mauritius, umherzutauchen.
Kurz vor den Bereichen, in denen es wirklich interessant geworden wäre, wurde
das Objektiv des Fotoapperates leider von einem dicken Wassertropfen getroffen,
was in Ermangelung eines trockenen Tuches dazu
führte, dass keine weiteren Fotos mehr gemacht werden konnten. Schade - aber
man war ja nicht zum letzten mal im Loch...
Nachdem man sich im eiskalten Wasser vor dem zweiten Siphon darüber einig
wurde, dass es wohl doch zu spannend sei, durch ein Unterwasserloch unbekannter
Ausdehnung zu tauchen, in dem eine maximale Sichtweite von 2cm besteht,
wurde der Rückzug eingeleitet. Bereits vor dem zweiten Siphon wurden Ermüdungserscheinungen
ruchbar. Beim Rückzug hingegen konnten diese nicht mehr verleugnet werden.
Man schleppte sich erschöpft 2 Kilometer weit durch das Wasser, und wurde
nur von dem Willen zum Schnitzel angetrieben.
Das entsprechende Schnitzel konnte dann glücklicherweise in einer nahen
Gaststätte eingenommen werden, wo festgestellt wurde, dass die Sprache der
Eingeborenen stellenweise schwer verständlich ist.
Fazit: Höhle adoptiert - Voller Erfolg - Man schwimmt auf jeden Fall nochmal ein.
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