Neues | Politik - Missionen - Spezialeinsätze

Jürgen WipplingerThomas WarnickUlrich Henschker

Mission 488: Schwerste Beine
7:59-23:59 [9:55-12:42]: Trotz nicht enden wollenden Ermahnungen Herrn Wipplingers kommt das Heldenmobil zu spät am Loch an. Auch ein heftiges Aufbrausen des Grossen Mannes in Richtung Kassenfräulein bewirkt nichts. Wer zu spät kommt, muss draussen bleiben.

Jürgen WipplingerThomas WarnickUlrich Henschker

Mission 489: Freudenzug
7:59-23:59 [14:40-15:50]: Nach einer nahezu beispiellosen Irrfahrt im historischen KFZ endlich an der Talstation des Loches angekommen, teilt die hübsche Dame an der Kasse in teilweise erbrochenem Englisch mit, dass es zwar nett von uns gewesen war, uns bereits am Vortag für die Tour angemeldet zu haben, dass es allerdings von höchster Wichtigkeit gewesen wäre, pünktlich zum ausgemachten Termin zu erscheinen. Andernfalls könne man ihr vertraulich Vertrauliche Informationlink

Jürgen WipplingerThomas WarnickUlrich Henschker

Mission 487: Geschwollene Brust
9:53-21:12 [17:14-18:35]: "Die Pelibox wird dreckig, der Schlaz wird dreckig und überhaupt hab' ich genau keinen Bock nicht! Und das doppelt!" Aufgrund seiner schmächtigen Statur gelingt es aber trotzdem, ihn mit der Drohung "Ich setzte mich schmazend auf dein Gesicht!", dazu zu zwingen, das Loch zu fotografieren. Fotografieren wo nichts zu fotografieren ist - ausser vielleicht die Ungelenkigkeit der Kameraden, welche sich in äusserst unvorteilhafter Weise stöhnend durchs Loch bewegen. Diese eine Spezialbegabung haben sie - die fränkische Höhlenfreunde von wenig konturierter Gestalt.

Jürgen WipplingerThomas WarnickUlrich Henschker

Mission 486: Voller Alarm
9:53-21:12 [13:25-14:37]: Der Schauhöhlentourist im südmährischen Karst hat es nicht nötig, beschissenste Bilder mit langer Belichtungszeit zu gestalten. Nein. Er kann sich direkt am Kassenhäuschen von der Angst beim fotografieren erwischt zu werden freikaufen. Mit ca. 40 Einheiten der irrelevanten lokalen Währung.

Jürgen WipplingerUlrich HenschkerStephan HauseltThomas WarnickFlorian Keßler


Eine Idylle! Schön die weissen Fahrzeuge im Grünen abgestellt.Zwischendurch ausgezogene Handschuhe müssen nicht aufwändig gegen Absturz gesichert werden.
Und drückt. Mit aller Macht. Aber ohne Erfolg.Hier nochmal der Spalt - mit Bein zum Vergleich. Ganz Höhlenforscher.Hier steht ein Held nach über dem Spalt. Unten schwappt bereits der Baatz. Wo ist BUNK?
Heldenhaft: Und schon liegt er im Dreck.Geheimathlet Hauselt mit Helm. Mangels Taschen am Schlaz hier ohne Hände in den selben fotografiert.Wipplinger hockt fröhlich vor dem Spalt. Und verharrt dort.

Wahre Größe
Mehrere kleine Stosstruppen fanden sich pünktlich - dem Pöbel ein Vorbild - am Treffpunkt an 'der' Kapelle in der Nähe von Leutenbach ein. Jede für sich. Bedingt durch den, vor nicht allzu langer Zeit fröhliche Urstände feiernden Katholizismus, allerdings an unterschiedlichen Kapellen. Jede Kleingruppe sorgte sich über den Verbleib der jeweils anderen - nicht zum letzten Male an diesem Tag.

Das zunächst angedachte Loch wurde beim Anblick der Korpulenz der aus den Fahrzeugen quellenden Herren augenblicklich verworfen und durch den Sternponor ersetzt. Dieser wäre erheblich leichter zu bezwingen. Und wäre schön. Gerade auch für die Dicken. Genau!

Nach kurzer Synchronisationsphase im fränkischen Wald, drängte der Fuhrpark ganz fürchterlich nahe an die tolle Sternponor-Doline. Immer wieder überraschend, wie extrem geländegängig das KFZ aus bayerischer Produktion ist. Da frohlockt die Natur im dunklen Schleier des Diesel-Feinstaubes.

Zunächst wird sich geziert. Niemand will wirklich in seinen Schlaz. Dann aber - nach den ersten Bieren - am Eingangsloch in der Doline angekommen, entfleucht einer geölten Kehle dieser Reim:

Im starken Verwuchs - dort wohnt wohl ein Fuchs. Da im gebrochenen Stein - scheint er sonst daheim! "Da müssen wir rein" - "Das kann doch nicht sein!" "Das Loch ist so klein!" - doch der Scheißdreck dort drin, der duftet so fein!"

Der halbgrosse Peter erklärte im Brustton der Überzeugung, dass dieses Loch nicht wirklich eng wäre - und dass Teile der Mannschaft durch sardische Großwarmhöhlen wohl zu Memmen geworden wären. Die wahre Größe der im Sternponor zu bezwingenden Schlufe sei generell unterschätzt. Während Herr Henschker noch vor Herrn Wipplinger experimentierfreudig einige Körperteile ins Loch einführte - nur um diese dann stark beschmutzt gleich wieder auszuführen, philosphierte Herr Warnick über seine wahre Grösse - und dem vermutlich endgültigen Verschluss des Hohlraums, sollte seine Größe auf die des Lochs treffen.

Herr Keßler - voller Elan und jugendlichem Leichtsinn - schlüpfte nach nur kurzem Bocken elegant in den Fuchsbau - und war verschwunden. Nach und nach folgte der dicke Rest - bis auf Herrn Warnick; Abgestellt, um den Eingang vor umherstreundenden Höhlenforschern zu schützen, schlief er umgehend ein.

Man machte es sich zunächst in Meister Lampes Heubettchen gemütlich bis alle Einfahrer den übelsten Kot von ihrem Schlaz gekratzt hatten. Ein paar Schmerzensschreie später war man endlich in einen - nein, dem - großvolumigen Raum im Loch vorgedrungen. Dieser Raum ist relativ tief. Und nach unten müssen sie.

Beinahe schnell - genaugenommen nachdem bereits alle Männer bis auf Herrn Hauselt unten angekommen waren - war klar, dass einige Extremsportler ohne Seil nicht in der Lage sein würden, wieder nach oben zu klettern. Volle Hosen überall. So robbte Herr Hauselt nochmals durch den Kot und beschaffte ein Seil - aber natürlich keine SRT Ausrüstung. Das war nicht anders zu erwarten gewesen. Darum wurde es auch ohne Murren hingenommen. Hauptsache draussen im KFZ steht noch Bier.

Spalten und Druckwasserröhrchen, Auswaschungen und viel Verbruch bei wenig Versinterung - das ist der herrliche Charakter des Sternponors. Verwinkelte Strecken vermittelnten neben kleinen Klettereien ein wenig Abenteuer und man fand stets Schlufe in weitere, noch intimere, Bereiche.

In eine Röhre hinabrutschend, fiel der Blick auf halber Strecke durch eine Spalte in bereits befahrene Räumlichkeiten - was des Hauselts dort abgehangener Pullover bewies. Die Freude ob der eigenen Orientierungslosigkeit hielt jedoch nur kurz an. Denn: Die Schwerkraft zieht den CaveSeeker immer weiter nach unten.

Bis zum Siphon. Im Lichte der Scurions wirkt alles schön. So auch der schlüpfrige Baatz, der im Siphon stand. Auch die Dimensionen des Siphons wirken im Lichte der Scurion offenbar irgendwie anders. So schafften es die Herren Hauselt und Wipplinger - als Scurionträger - nicht, den Siphon zu bezwingen. Ersterer nach kurzer Panikattacke, letzterer immerhin erst nach dem vierten heldenhaften Ansatz.

Ab hier war der Grad der Körper- und Kleidverschmutzung, sowie der Feuchtigkeitsgehalt der Kleidung in der Mannschaft gleichmäßig verteilt und bei ungefähr 80% Sättigung.

Unmengen an - aus von unbegabter Hand aus Dreck geformter - großer Kunst warteten in der nächsten Halle. Quasi Neuland. Und ein durch Menschenhand erschaffener Staudamm. Dieser hielt etwa 3m³ Wasser zurück - welches in die Weiterführung der Höhle und deren Zerklüftungen zurückstaute. Ohne Hirn wurde diese Mauer kurzerhand eingerissen, und kaltes Wasser schoss in den Syphon, durch den man soeben eingekrochen war.

Im nun teilentwässerten Schluf fand sich tiefgründiger Superbaatz, in welchem man auf den Knien fortlaufend bis zum Nabel einsank und sich nur unter Mühen voranstrampeln konnte. Ein Anstieg nach ca. 20m war trockener - aber nicht griffiger - und man fand NEUES LEBEN am Grunde einer 0,25m² Langzeitpfütze. Eine Höhlenassel und eine Art großer Unterwasserhöhlenzecke.

Der Schluf verengte sich mit der Steigung und wurde zusehends enger - bis zur Unschlufbarkeit. Was aber den halbgrossen Peter nicht davon abhielt, dem selben elegant noch ein wenig weiter zu folgen, und schliesslich in einem nach oben führenden Nebenschluf zu geraten. Dieser führe - dem Hörensagen nach - tatsächlich in weitere Hallen und eine tiefe Spalte.

Während die Zurückgebliebenen versuchten ebenfalls nach oben zu gelangen, rieft der halbgrosse Peter "Neuland" in seinem "Heimatloch" aus - und berichtete von dort nötiger Seilausrüstung - welche nicht am Mann war. Also Rückzug. Weitere kurze Momente der Freude flackerten auf, als man juchtzend bis ins Schlammbecken zurückrutschte.

Im nun gefluteten Siphon blieb Herr Henscher beim übermütigen Ausschlufen vorwärts und seitlich im Siphon stecken und es erwies sich vorteilhaft, dass die Vorsehung Herrn Wipplinger nicht durch den Sipohn hat passen lassen. Denn nur so konnte dieser stark am Henschker ziehen und dadurch das Verwesen von drei Männern im Loch vermeiden.

Die dünneren Menschen meisterten den Rückschluf ohne überlieferte Probleme.

Um Unterkühlungen zu vermeiden trat man endgültig den Rückweg an um - für viele völlig überraschend - am unteren Seilende festzustellen: Kein Gurt, keine Steigklemme, keine Sicherung.

Die Herren Wipplinger und Keßler waren allerdings in der Lage, die Problemstelle auch ohne Hilfsmittel zu bezwingen. Am KFZ angekommen, konnte Herr Wipplinger mit dem Hinweis auf sein biblisches Alter erfolgreich darum bitten, dass ihm ein erneutes Einfahren in das Loch erspart bliebe. Dies übernahm Herr Keßler - beinahe ohne Flüche auszustossen.

Herr Hauselt - ganz Handwerker - hielt zwischenzeitlich die beiden anderen Schlammmonster von gefährlicher Freiklettereien ab. --dbreak- Um Allah in gewohnter Manier zu preissen, wurde nach Verlassen des Hohlraums erstmal ein Tschechenkracher gezündet. Der eine oder andere Milliliter Urin ergoss sich in die sowieso schon nassen Unterhosen. --

Jürgen WipplingerUlrich HenschkerStephan HauseltMark WeissThomas Warnick
Katrin Henschker-Schäfer

Strassenrand-Grillen. Auch schön. Die Person freut sich.Die Trauerweide. Eine Augenweide.Zwei Aschenbecher mit Fahne.

3 Verweise - 13 Eimer
Herr Hauselt biegt mit gewohnheitmäßig stark überladenem Gross-KFZ nach vertraulich Vertrauliche Informationlink ein. Über dem Ort prangt eine ca. 100 Meter hohe Rauchsäule und preisst Allah.

Etwas näher am Loch wird klar, woher der Qualm stammt. In strahlendem Sonnenschein wurde der Grill ausgepackt.

Wer weiss, dass im sagenumwobenen vertraulich Vertrauliche Informationlink steht, dass vertraulich Vertrauliche Informationlink generell zu unterlassen ist, ist ein wenig überrascht über so viel Mangel an vertraulich Vertrauliche Informationlink

Direkt am Loch kann dann auch Herr Weiss bei gestenreichen Verhandlungen mit dem vertraulich Vertrauliche Informationlink beobachtet werden.

Verweis 1 : Anheizen des Grills mit feuchten Früchten des Waldes.

Einige Stunden des Grillens am Strassenrand und dem Lauschen der Riesending-Heldengeschichte Herrn Hennschkers später, wird der Grill wieder vor die Hütte verbracht. Dort wird festgestellt, dass die Glut nicht mehr so richtig gut sei. Also nimmt die Person den guten flüssigen Grillanzünder zur Hand und schüttet grob einen Liter in die glühenden Kohlen.

Die Stichflamme wärmt die Augenbrauen Herrn Wipplingers, der 5 Meter über dem Grill gerade versucht seine vertraulich Vertrauliche Informationlink unter Kontrolle zu bekommen.

Verweis 2 : Nochmaliges Anheizen des Grills unter Gefährung des Lebens aller friedlich umherstehenden MitCaveSeekers.

Dann wird endlich ein wenig für weiteren Vortrieb im Loch gesorgt. Immerhin 13 Eimer Abraum werden aus der Blase entfernt

Dann übernimmt die schon zweimal verwarnte Person schuldbewusst die Aufgabe, ein paar Männer ins Neuland zu geleiten. Damit neben der Freude am Graben auch mal was fürs Auge getan wird. Die Person verlässt die Grabungsstelle mit den Worten "Ich warte am Kohlenkeller". Als der Rest der Mannschaft aber - nach wenigen Minuten der Freude in selten bekrochenen Spalten - am Kohlenkeller ankommt, ist die Person - quasi selbstverständlich - nicht auffindbar.

So übernimmt Herr Wipplinger die 'Führung'. Zum tausendsten Mal. Und zum letzten Mal.

Verweis 3 : Verschwinden im Loch aus niederen Beweggründen.

Endlich endet so ein weiterer Tag an der Rostnagel. Mitten im Hochsommer - bei 8 Grad. Danke Frau Merkel!

Ulrich Henschker

Der CaveSeeker: Zufrieden am Loch. Bild: www.tz.de.A stiggala Stadtwoschd?

Ein Ring Stadtwurst für die Helfer
... war die Überschrift einer Stellungnahme im BR3 Kommentarblock zur Bergung eines Kameraden. Niemand konnte wissen, das diese Aussage Folgen haben würde.

Unter der selben Überschrift wurde eine Mission zum Aufbruch ins Berchtesgadener Land kurzfristig geplant, um in Solidarität und mit Hilfe beizustehen.

Viele CaveSeekers sagten der Mission kurzfristig zu, mussten aber auf Grund von„"auf den Fuß gefallener Stahlplatte, hochwichtigen Rolltreppengeschäften , unaufschiebbaren Metallbauaufträgen, profanen Rückenschmerzen “ usw. noch viel kurzfristiger absagen. Somit machten sich nur Stefan Rümler (CS-Anwärter) und Ulrich Henschker, bewaffnet mit Campingzeug und 6kg frischer, fränkischer Stadtwurst auf den Weg zum Untersberg.

Zur Ankunft am Mittwoch um 20.00 Uhr bei der Feuerwehr Berchtesgaden wurde mit der Einsatzleitung des Bodenteams "die aktuelle Lage im und am Loch besprochen" und des Metzger Jakob`s Stadtwurst dem Verpflegungsbeauftragten übergeben . Die Weiterfahrt zum Nusshof über MariaGern zum Fuße des Untersberges erfolgt zu beginnenden Dämmerung.

Dort beginnt der Aufstieg über den Störweg zur Unglücksstelle und den dort nahen Gipfel bei eintretender Dunkelheit. Taschenlampen und zum Teil die Helmlampe erhellen den steilen, steinigen Pfad. Die Nacht ist warm, die Rucksäcke schwer, der Schweiß salzig und der Weg recht anspruchsvoll. Nötige kurze Pausen und dadurch verlorene Zeit treiben die beiden zügig immer weiter den Berg hinauf. Gamsen begleiten auf Teilstücken über einen vom Aufwind bepfiffenen Bergkamm bis zum berchtesgadener Hochtron, um dort wieder in der Dunkelheit zu verschwinden. Mehrere Hubschrauber donnern über den Köpfen durch die Nacht um nötiges Material und sicher auch fränkische Wurst zu transportieren. Nur der CaveSeeker reist zu Fuß.

02.30 Uhr, Ankunft am Stöhrhaus. Eine Funkwache der Bergwacht meldet ins Tal: "Die beiden CaveSeekers sind oben gut angekommen – alles OK“ und nimmt beide mit in die windgeschützte Berghütte. Lagebesprechung mit der Information, dass der Verunglückte in wenigen Stunden - um ca. 07.00 Uhr - endgültig aus dem Schlund des Riesendinges gerettet sein soll und zur Zeit die Kroaten zum Einsatz eingeteilt sind. Man gönnt sich bis kurz vor Sonnenaufgang ein wenig Schlaf, um, mit einem kleinen Umweg zum Loch, noch rechtzeitig zum Sonnenaufgang den Gipfel erklimmen zu können.

Der Tag der endgültigen Bergung bricht an, und die verschneiten Felsen der entfernten Watzmann- und Jennergipfel zwinkerten in strahlendem Licht. Im Karst-Plateau, am Loch angekommen, meldet man sich ordentlich als Kleinsthilfsabordnung der CaveSeekers bei Nils Bräunig - dem fränkischen Leiter der Rettungsaktion. Er und sein Kollege wollen erst nicht glauben, dass solche Solidarität von der durch Jürgen Wipplinger verwalteten Interessengemeinschaft, den CaveSeekers , aufgebracht zu werden vermag, während nahezu zeitgleich etwa 3 kg Stadtwurst aus einem Hubschrauber geladen wurden.

08.15 Uhr, metallisches Geklapper von Karabinern dröhnt aus dem Loch. Einige Kameraden aus Südosteuropa fahren aus und melden noch weitere Stunden zur Nötigkeit um Johann Westhauser endlich ans Tageslicht zu bringen. Derweil werden Gerätschaften, angefallene Abfälle und verbrauchtes Material in Hubschraubern der Bundespolizei, Polizei und Bergwacht verladen und die Helferschaft von diversen Mediengesellschaften - hinter einer Absperrung in sicherem Abstand - belagert.

11.11 Uhr, die CaveSeekers halten den befohlenen Sicherheitsabstand zum Loch ein, während der Verletzte um 11.14 Uhr endlich mit geschlossenen Augen aus dem Riesending geborgen wird. Freude und Jubel erhellt die Herzen aller Beteiligten als Johann Westhauser dankend eine Hand zum Gruß erhebt bevor er nach einem medizinischen Check mit dem Hubschrauber ins Murnauer Krankenhaus geflogen wird.

Der Abbau der außenliegenden Gerätschaften, Funkrelais-Stationen, Seilwinden und Zeltherbergen erfolgt zügig und man zieht sich allgemein in alle Himmelsrichtungen zurück.

Stefan und Ulrich holen in praller Sonne Schlaf nach und bleiben noch eine Nacht am Berg, um selben bei einer weiteren Karstwanderung zu genießen. Hier und da werden nebenbei diverse Höhlenschächte - versteckt unter Latschenkiefern - entdeckt und das Potenzial des Berges an kleinen und noch unbekannt großen Hohlräumen erahnt. Die aktuelle politische Lage verbietet aber natürlich eine Befahrung der selben.

Zum Abstieg vom Untersberg zieht Nebel auf, welcher in tieferen Lagen zu Graupelschauer und noch tiefer zu Regen wird. Feuchtigkeit - welche durch zerklüftetes Kalkgestein im Karst dringt - bis zu den Dolomitschichten - und auch hier Höhlen und Grundwasserreservoire entstehen lässt – bis in alle Ewigkeit !

Wir wünschen Johann Westhauser eine gute Genesung, und freuen uns auf eine eventuelle gemeinsame Brotzeit – irgendwann, irgendwo, in irgendeinem Loch.

br.de - Entstehungsgeschichte, Kommentar Nr. 39.
tz.de - Stundenprotokoll der Rettung. Besonders wichtig: 2:30 Uhr.
youtube.com - Die letzten Meter auf Video.
Jürgen WipplingerFlorian Seeleitner

Mission 485: Die Straße
11:11-20:53 [14:33-22:11]: Schonungslos wird das Miet-KFZ - aus minderwertiger, weitgehend französischer Herstellung - einen Berg nach dem anderen hoch- und wieder runtergetreten. Solange bis man den Abzweig zur endgültigen Straße nimmt. '''Die Straße''' befindet sich nicht in USA, Deutschland oder in der Ukraine. Sie befindet sich auf Sardinien.

Jürgen WipplingerFlorian Seeleitner

Mission 484: Schön zugeschwallt
12:45-18:10 [13:01-14:56]: "Scheiße! Sind wir auf der Flucht?" Zwischen Nahrungsaufnahme, Hektik, Gelächter über Pläne am nächsten Morgen um 6:00 Uhr aufstehen zu wollen, noch mehr Nahrungsaufnahme und Gedränge am Balkon, dringt ein Teilsatz Herrn Konopacs an das Ohr eines selten besser gelaunten Wipplingers: "... hängen drei Seile am Ende ...".

Ulrich HenschkerStephan HauseltOliver WolframMark WeissMichael Härtl
Jürgen WipplingerOliver ArendtThomas WarnickJürgen WipplingerStefan Distler
Katrin Henschker-Schäfer

Ungesunde Körperhaltung: Herr Arendt.Das Rohr. Man beachte die erotische Farbe des ausströmenden Wassers. Toll!Go-Kart. Mit Warnick.
7:30 - Herr Arendt überprüft die Situation, während Herr Henschker eben diese erläutert.Maximale Palettenhöhe. Immerhin in Flammen.In Erwartung übelsten Wetters würde der mobile Schluf sicher am Boden verankert.
Das Letzte Aufgebot. Quasi die grauen Wölfe.Erschöpfte Tiere. Zum Grössenvergleich mag der zerfetzte Sessel dienen.Idylle. Im Hintergrund: Arendt-Wohnwagen.
Mit lächerlicher Hose vor Elefant posend: Herr Wipplinger.Verlacht: Herr Wipplinger - von Pappa Härtl.Rohes Fleisch.

Torkeln in den Mai
Nicht nur beim Salafisten wird Tradition gross geschrieben - auch beim CaveSeeker gibt es - neben sehr vielen anderen Dingen - kaum etwas von mehr Relevanz. Denn Tradition ist wichtig.

Die üblichen alljährlichen Streiterein zum Thema des diesjährigen Austragungsortes begannen in diesem Jahr relativ früh - dauerten dafür aber mit ca. einem Monat nicht sehr lange an. Dennoch wurde ausgibig mit Schlägen, Brandstiftung und Familie gedroht. Auch mit der Familie von der Familie. Und mit Ameisen.

Herr Henschker - der solcherlei Spässe noch nicht erlebt hat - bot aus Verzweiflung an, den anvisierten Austragungsort vom Weisschen Weiher - welcher bereits letztes Jahr als Feuerstelle diente - zu sich nach Hause zu verlegen, um 'der Familie' weiteres Ungemach zu ersparen. Es gäbe darüberhinaus weitere bestechende Vorteile am Henschkerschen Anwesen zu geniessen: Getränke, Bänke, massig Holz, Nahrung, Platz und Hunde. Im Zweifelsfalle auch diverse leicht als Waffe zu verwendende Werkzeuge.

So macht sich Herr Wipplinger bereits um 14:30 heldenhaft mit dem 2012er eBike auf den Weg nach Emskirchen. Mit vollem Marschgepäck. Bei Zieleinfahrt um 17:30 zunächst für einige Minuten nicht ansprechbar, klagt er für den Rest des Tages über einen Hörsturz nach dem anderen - ausgelöst durch starke körperliche Überbelastung und die Schönheit der auf dem Weg beobachteten Landschaft.

Nach und nach trifft der Rest der Belegschaft ein. Und schnell wird klar: Bier muss her. Zur Lösung dieses Problems werden einige alte Herren in den Laderaum eines französischen Kleinkraftfahrzeuges geladen und zum henschkerschen Bierkeller verbracht. Hier wird zunächst - ganz CaveSeeker - die Schönheit des Gewölbes gepriesen, bevor - ebenfalls ganz CaveSeeker - der Alkohol eingepackt wird. Gelernt: In Emskrichen ist es wichtig einen eigenen externen Bierkeller zu haben.

Zurück am Austragungsort wird zunächst ein Go-Kart aus henschkerscher Eigenproduktion an die Grenzen getrieben. Nicht an die Grenzen der möglichen Höchstgeschwindikeit. Nein. An die Grenze seiner physikalischen Belastbarkeit. Und selbst beladen mit Herrn Warnick werden klaglos einige Runden absolviert. Ausgestiegen wird mit vereinten Kräften - und einem Brecheisen.

Die anwesende Jung-Feuerwehr entfacht mittels Benzinkanister zunächst sich selbst und dann das Palettenfeuer - während Frau Henschker die ersehnte Nahrung auffährt. Das grosse Fressen beginnt.

Das Feuer wird gleichzeitig mit 12 Holzpaletten bestückt und damit die maximale Flammenhöhe erreicht. Ca. 6 Meter. War schon höher. Hat aber noch nie so schön geknistert.

Für den interessierten Laien wird nun eine Führung durch den Henne-Moped-Laden und die angrenzenden Räumlichkeiten veranstaltet. Neben zahlreichen Attraktionen baulicher Natur beeindruckt den Autor insbesondere eine zur Schau gestellte Raider Verpackung - leider ohne Inhalt - und einer Schachtel orginaler Double Dips. Hier wird sogleich ein Exemplar verzehrt. Mit Tränen der Freude in den Augen. Andere Männer betasten derweil zahlreiche Vergaser, Bremsen, Zylinder und Schmierstoffe - und sind ebenfalls seelig.

0:05 - Endlich ist Erster Mai. Die Herren Härtl, Wipplinger, Distler und Warnick zünden die Ideal Standards: Dicke Macanudo Maduros. Noch mehr Freude als das Geld in Rauch aufgeht. Nur irgendwie nicht bei Herrn Härtl. Herr Härtl wird blass. Und schweigsam. Quasi kleinlaut.

1:00 - Die beiden Grills harren nun bereits seit Stunden ohne Grillgut aus. Die Glut ist nur noch schwach am glimmen. Auf der Restwärme versucht Hungerhaken Wipplinger drei grosse Bauchfackeln zu grillen. Dies gelingt nach 90 Minuten. Leider ist zwischenzeitlich sein Teller verschwunden - schliesslich wurde das Signal zum Aufbruch bereits vor einer halben Stunde gesetzt. Frau Weiss besorgt kurzfristig eine Alufolie, die Fackeln werden vertrauensvoll auf dieser platziert. Kurz umgedreht, um ein Messer zu holen - und schon fehlen zwei der Fackeln. Egal. Freudig setzt sich Wipplinger vor die verbliebene Fackel - und wird Zeuge, wie Herr Henschker diese zur Hand nimmt, und diese ohne zu Zögern einem der grossen Hunde zum Fras vorwirft. So ist es richtig. Eskalationsstufe 0.3.

2:30 - Abmarsch ins Dorf. Bewaffnet mit getuntem Bobby-Car und einem Schleifsack voll Bier und einer Flasche Cola - für den Intellektuellen.

2:40 - Die Abfahrt mittels Bobby-Car ist zunächst geprägt von Schmerzen im Gesäß und Muskelbeschwerden im Rücken - bis Herr Weiss im Rausche darauf drängt nun das Steuer übernehmen zu dürfen. Zunächst wird dieser Wunsch abgelehnt, später aber dann doch umgesetzt.

3:05 - 10 Meter weit ist Herr Weiss bereits gefahren, als er kräftig am Lenkrad reisst. Die Zigarette entgleitet seiner rechten Hand, das Fahrzeug stellt sich quer, und der Trinker schlägt am Asphalt auf, rollt ein wenig die Strasse hinab und bleibt fröhlich lachend mit dem Gesicht nach unten liegen. Die Situation erscheint unkritisch.

3:06 - Es wird nach einen Pflaster gerufen, weil gerade niemand da ist, der die Wunde über dem Auge nähen könnte. Keiner setzt sich in Bewegung. Es wird gewartet. Der Ton wird kurz lauter. Eskalationsstufe 1 ist erreicht.

3:07 - Um die Zeit zu überbrücken, die Herr Weiss benötigt um von der Strasse aufzustehen, bittet Herr Wipplinger um sein Cola. Dieses wird ihm auch promt von Herrn Hauselt ausgehändigt. Um mit beiden Händen in den Hosentaschen nach dem Flaschenöffner stöbern zu können, wird die Flasche kurz Herrn Warnick zu treuen Händen übergeben. Dieser lässt sie - selbstverständlich - kurzerhand fallen. Keine Bauchfackeln, kein Cola. Eskalationsstufe 3. Der Ton wird rauher. Beispiel: 'Man sollte den Warnick generell immer zu Boden treten - weil wenn er dann die Flaschen fallen lässt, besteht Hoffnung, dass diese den Sturz überstehen.'

3:20 - Johannis Paulus dringt in ein Abwasserrohr in Zentral-Emskirchen ein. Nicht weiter schlimm. Die Längenausdehnung des Rohrs ist unklar, das Wasser steht nur ca. 10cm hoch, und pro Meter hängen etwa 5 extrafette schwarze Spinnen. Ohne Hirn folgt der torkelnde Rest. Bis auf Herrn Warnick.

Nach 5 Metern im Rohr ist die Geduld der meisten Trinker erschöpft. Es wird Blutrache geschworen. Aber es gibt kein zurück.

Nach weiteren 50 Metern wird nicht mehr versucht mit den Knien oberhalb des Wassers zu bleiben. Nochmals 50 Meter weiter landen dann auch die Schuhe im Brackwasser - und kurz darauf auch die Hände. Macht aber nichts, weil an den Knien, an den Ellenbogen und an den Handballen ist bereits kaum noch Haut vorhanden, die hätte nass werden können. Eskalationsstufe 5 wird ausgerufen. Totaler Hass.

Nach weiteren 150 Metern keimt kurz Hoffnung auf ein Ende der Tortur auf. Allerdings ohne Grund, denn die ausgemachte Änderung am Rohrprofil ist nur ein Abzweig. Es geht nochmal 150 Meter weiter.

Gefühlte 2 Stunden später dann die Ankunft im Zielgebiet. Der vorgefundene Raum - zusammen mit dem dort umherlebenden Getier - lässt die Eskalationsstufe auf 6 steigen. Um der kurz bevorstehenden Schlägerei zu entgehen, wird umgehend das Rückzugsgefecht eingeleitet. Glücklicherweise werden die Blutegel im Rohr nur von wenigen wahrgenommen.

4:05 - Die Kasperaden werden notdürftig von den Spinnen befreit, Drecksbrühe von den zerschundenen Hosen fliesst zu dem bereits in den Schuhen schwappenden Brackwasser. Ein schönes Gefühl, welches zu Resignation führt, und damit die Eskalationsstufe schlagartig auf 4 fällt.

4:15 - Man schleicht völlig geräuschlos durch einen Hinterhof. Nur die Bierflaschen im Schleifsack scheppern. Ein Gitter wird geöffnet, und schon beschreitet man einen alten Eiskeller. Die Bergwerk-Fraktion träumt von der 100 Meter-Sohle, Herr Wipplinger fragt nicht zum letzten Mal nach der Büste und gähnt.

4:44 - Inzwischen hat man Emskirchen komplett durchquert. Länge mal Breite mal Höhe mal Tiefe. Herr Warnick atmet bereits seit 25 Minuten nur noch sehr flach. Starke Schweissproduktion wird jedoch als Indiz eines noch nicht erfolgtem Ablebens bewertet. Und so dringt man - wieder völlig geräuschlos und unter Verzicht auf Leuchtwerk - in ein imposantes, jedoch stark verfallenes Gebäude ein.

5:10 - Herr Härtl ist kurz vor der totalen Eskalation. Ein Wort mehr, und Johannis Paulus wäre ob seines alkoholbedingten Dummschwatzes zu feuchtem Brei zerschlagen worden. Herr Warnick hingegen denkt über Selbsttötung mittels eines Fenstersturzes aus dem fünften Stock nach. Herr Wipplinger sucht die Büste während Herr Henschker versucht die Moral über 0 zu halten. Was gelingt. Zumindest bis zum Fuße des auf dem Rückweg zu bezwingenden Berges.

6:05 - Herr Warnick bockt. Der Anstieg sei zu steil. Und überhaupt. Pro überwundenem Höhenmeter wird 30 Sekunden pausiert. Der Blutdruck ist am Boden. Der Blutzucker nicht mehr messbar. Und der Puls bei 210. Glücklicherweise ist noch genug Alkohol im Blut um den Exitus zu verhindern.

7:00 - Rückankunft an der Feuerstelle. Schnell werden nochmal zwei Paletten nachgeschmissen und der Grill reaktiviert. Nächstes Ziel: Das Härtl-Bierfass leeren. Mit den letzten Kräften wird am Maßkrug genuckelt.

7:32 - Die Nachruhe wird eingeleitet. Vorher aber lässt es sich Herr Arendt nicht nehmen, spärlich bekleidet aus seinem Wohnwagen zu stolpern, und zu fragen, was denn los wäre.

12:00 - Der Wecker klingelt. Die Börsenkurse werden überprüft. Ein paar Deals werden abgewickelt. Danach versammelt man sich um die Feuerstelle und sieht alt aus.

Der Ort des Geschehens. Wer einmal dort war, will nie mehr hin. Emskirchen