Missionsbeschreibung -

Frankendorfer Schacht

ÖFFENTLICH
Höhle: Link zur Hohlraum-Hauptseite Frankendorfer Schacht
Mission: 246 - Noch eine Stunde Heumann
Datum: [Freitag]
Zeitrahmen: 19:15-01:02 [21:52-23:55]
Nettozeit: 2:03 Stunden
Prozentsatz: 100%
Mobil: noch mehr
Mannschaft: Jürgen WipplingerMichael HärtlAgentMark WeissOliver Arendt
Besprechung:

Frankendorfer Schacht - Herr Arendt und der Verbruch.Die Ausläufer der Fränkischen Schweiz können nur unter Lebensgefahr betreten werden - auf Schritt und Tritt droht der Wandersmann in bodenlose Schächte zu stürzen, die sogar direkt auf extrem unzugänglichen Wanderwegen lauern und deshalb erst in diesem Jahrtausend von einer Expedition des berüchtigten Prof. Dr. Heumann entdeckt wurden.

Da den CaveSeeker - nach seinen bitteren Erfahrungen in Slowenien - nichts mehr Schrecken kann, brach man an einem sonnigen Freitag auf, den Spuren des Helden H. zu folgen.

Man traf in zwei Gruppen unversehrt vor Ort ein. Die Gruppe ohne Navigationsgerät war pünktlich, die mit einem solchen Gerät ausgerüstete Gruppe tauchte nach einer Odyssee durch die Erlanger Fußgängerzone, todsicheren Abkürzungen über Streuobstwiesen und dem Besuch eines Kuhstalls eine gute Stunde später auf.

Frankendorfer SchachtAngesichts der eingeschränkten Dimensionen des vorgefundenen Lochs griff Panik um sich, und so rief man Herrn Wipplinger - kurzfristig an schlimmer Depression leidend - zur Unterstützung.

70km später wichen die Depressionen langsam bleierner Müdigkeit, als er den einzigen 30-m-Schacht des Planeten erblicken musste, der mit gerade einmal sieben Gesichtern schon überfüllter war als ein Rot-Kreuz-Zelt auf dem Oktoberfest. Herr Wüstner hatte dabei schon rücksichtsvoll auf seine Anwesendheit im Loch verzichtet, sonst wäre die Situation noch tragischer gewesen.

Frankendorfer Schacht - In der Pubertät.Der Professor für besonders schlecht angewandte Geologie konnte mit einem beherzten Sprung ins zeckenverseuchte Unterholz gerade noch sein Leben retten als die Meute freudig erregt nach ihm Schlug. Der Rest versteckte beschämt sein martialisches Klettergerödel um nicht noch mehr zum Gespött der umherirrenden Wandersmänner zu werden.

Herr Wipplinger sprach daraufhin ein Machtwort und verkündete, den fehlgeleiteten Buben und Mädeln einen richtigen Schacht zeigen zu wollen. Dem Feldwebel war das gar nicht recht, da zum einen er sich für das Verkünden zuständig hielt, und zum anderen die Biergärten zu schließen drohten. Mit ihm desertierte die Hälfte der Truppe, was dem Alptraum des Friseurhandwerks die Begnadigung einbrachte.

Herr Heumann bewies dann in der Folge, daß auch ohne Navi eine knapp 15 km lange Strecke in einer guten Stunde zurückzulegen ist, wenn man nur dem Grundsatz folgt, auf keinen Fall befestigte Straßen zu benutzen. Wer vorneweg fährt, bekommt keine Staublunge. Der beinahe-Verlust einer Autotür und der vollständige der Wipplinger'schen Geduld, wurde dabei billigend in Kauf genommen.

Frankendorfer Schacht - Slowenische Verhältnisse 3.Nun zum Loch:

Der Wald stand dunkel und still, zumindest bis die ersten Schmerzensschreie davon kündeten, das ein paar höhere Organismen nach irgendetwas zu suchen begonnen hatten.

Gegen zehn Uhr Nachts trat wieder Stille ein, entweder hatten sich die Kreaturen gegenseitig ausgerottet oder sie hatten ihr Glück gefunden. Eine zufällig vorbeifliegende Eule hätte vielleicht noch eine kleine Gestalt unter einer Baumwurzel hocken sehen können. Das war Frau Arendt, die hatte ihre Gummistiefel vergessen und durfte nicht mitspielen.

Frankendorfer Schacht - Konventionelles Tropfsteinwachstum.Etwas tiefer unter der Wurzel standen einige Herren vor einem mexikanischen Unentschieden - bist du zu groß, passt du nicht durch, bist du schlank genug, bist du zu leicht. Ursache des Dilemmas war ein Seil, das in seinem vorherigen Leben sein Dasein in einem Flaschenzug auf einer rumänisch-transnistrischen Baustelle gefristet haben musste. Übergewichtige Gestalten wie Herr Arendt hatten es einfach - egal ob Stopp oder Simpel - immer beide Hände frei für Taschenbillard. Obwohl zu klären wäre, welche perversen Praktiken dafür in der konkreten, eher unkonfortablen Lage von Nöten gewesen sein mögen. Herr Weiss mußte seinen Schleifsack schon voll Hinkelsteine stopfen, um überhaupt abfahren zu können. Dem Begriff Ballastexistenz kommt hier eine ganz neue Bedeutung zu.

Es nahte also die Stunde der Wahrheit: Die bislang schamhaft übersehene Möglichkeit, den Schacht an seinem anderen Ende wieder aufzusteigen. Es soll ausdrücklich betont werden, dass dies rein sportlich gesehen werden muss - und nicht der Befriedigung abartiger Neigungen dienen sollte.

Frankendorfer Schacht - Härtl: Der Erstbesteiger.Ganze 18 Jahre nach dem Fall der Mauer hat auch bei den CaveSeekers schlagartig die Demokratie Einzug gehalten. Daher wurde für diese selbstmörderische Aktion (das dort hängende Seil schien noch aus dem RAF-Fundus zu stammen) Herr Härtl bei nur einer Gegenstimme (seiner eigenen) zum Seiltest - Dummy erkoren.

Zwei Gestalten fehlten in diesem historischen Augenblick: Die eine zwängte noch immer ihren Bierbauch in Richtung Abseilstrecke, die andere hatte einen Finger in einen soeben neuentdeckten Schacht gesteckt und bekam ihn dort für den restlichen Verlauf der Mission nicht wieder heraus.

Frankendorfer Schacht - Fränkische Verhältnisse.Nachdem Herr Härtl überraschenderweise am Leben geblieben war, schloss der Rest der Bande ganz fest die Augen und kroch hinterdrein.

Der Adrenalinschub in den Eingeweiden des Vorrauskriechenden hätte vermutlich ausgereicht, im Schlangenschlund Bungee - Springen (ohne Seil) zu üben. An diesem düsteren Ort trieb er ihn immerhin dazu, an einer schlimmen, mit - im besten Falle ostdeutscher - Technik notdürftig gesicherten, grundlosen Spalte alle Bedenken über Bord zu werfen und im Vertrauen auf die Kreil´sche Theorie, dass Hinterher alles besser wird, den eigenen Noch - Nicht - Kadaver über die Planke, im konkreten Fall eher Kante, gehen zu lassen.

Der Lohn der Angst: ein zertrampeltes Saftpäckchen, Fettsack Arendt im Genick, angesichts der offensichtlichen Sackgasse ein übellauniger Wipplinger auf Krawall gebürstet - ein wirklicher Erfolg sieht anders aus.

Frankendorfer SchachtFisch und Büffel beschlossen spontan, erstmal angeln zu gehen. Das beruhigt das Nervenkostüm und bringt vielleicht was Essbares, denn die Wirtschaften waren inzwischen tatsächlich geschlossen.

Dem Auge des aus seiner Sicht einzig legitimen Riefenstahl - Nachfolgers entging selbst in dieser Kalzium - Magnesium - Wüste nicht der erbärmlichste Frankensinter, so dass dem unbedarften Betrachter das Bild einer gar schönen Höhle vorgegaukelt werden kann.

Wichtig das Statement des Herrn Kreil: "Wir haben bis 23:30 auf euch gewartet, dann gingen wir davon aus, ihr seid verreckt, und sind heimgefahren".

Bilder: Frankendorfer Schacht - In der Pubertät.Frankendorfer Schacht - Der Spaltenfischer.Frankendorfer SchachtFrankendorfer SchachtFrankendorfer Schacht - Slowenische Verhältnisse 2.Frankendorfer Schacht - Slowenische Verhältnisse 3.Frankendorfer SchachtFrankendorfer SchachtFrankendorfer Schacht - Slowenische Verhältnisse 1.Frankendorfer Schacht - Herr Arendt und der Verbruch.Frankendorfer SchachtFrankendorfer Schacht - Härtl: Der Erstbesteiger.Frankendorfer Schacht - Fränkische Verhältnisse.Frankendorfer SchachtFrankendorfer Schacht - Der Hintere Spalt. Von der Ausdehnung her auch sehr ansprechend.Frankendorfer Schacht - Konventionelles Tropfsteinwachstum.
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