Schauhöhlenbeschreibung ÖFFENTLICH
Höhle:

Grotta del Fico

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Lage: Italien, Sardinien, Baunei
Koordinaten: N40°08.407' E9°39.586' [5m]
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Typ: Schauhöhle
Länge: 445 m
Tiefe: 60 m
Bewertung: 120
Anspruch: 3
Material: entweder nichts, oder alles außer einem Schlaz.
Verschlossen: Ständig außer zu Besuchszeiten
Gesamtzeit: 1:55 Stunden
Bekriecher: Florian SeeleitnerJürgen Wipplinger
Spektakuläres: Grotta del FicoGrotta del FicoGrotta del Fico
Missionen:
Beschreibung:

Das Loch wurde vom lieben Herrn Pfarrer Fureddu im dunklen Jahre 1957 entdeckt, als er in religiöser Verzückung den Herren an unüblicher Stelle um weitere anflehen wollte. Wir hoffen für ihn, sein Flehen wurde erhört. Anderslautenden Gerüchten zu folge, war Herr Fureddu allerdings Professor für Tourismus und Naturverträglichkeit - was im allgemeinen ja das selbe ist, aber doch sehr weit am Restschamhaar herbeigezogen zu sein scheint.

Grotta del Fico - Eine wunderbare Wassermarke. Schön in rot. Da man sich grob 50 Meter über dem Meeresspiegel befindet, muss wohl hier der Höhlenforscher erst noch einige Markierungsversuche gestalten, um herauszufinden, wie das wohl passiert ist.

Grotta del Fico - Aus dem Wasser muss er kommen: Der Eingang. Grotta del Fico - Der Eingang wird der Höhle nicht gerecht. Die Gitterstäbe müssten aus Edelstahl sein. Dann würde es passen.Seit 2003 ist die Höhle als Schauhöhle für den interessierten Sardinien-Touristen zugänglich, dem das permanente Herumlungern am Strand zum Hals heraushängt. Die Fico ist zweifelsfrei eine der schönsten Schauhöhlen, die der CaveSeeker jemals heimgesucht hat. Sie ist sehr aufwändig mit Edelstahlwegen ausgebaut - so braucht auch der stark übergewichtige Katholik keine Angst davor zu haben, abgestürzt im Loch zu verbleiben.

Während ein Großteil der Schauhöhle horizontal verläuft, muss man sich gegen Ende einige Treppenstufen hinaufquälen, während nebenan ein ein kleines Bächlein über ansprechende großflächige Sinterkaskaden plätschert. Will der Tourist in den Endraum gelangen, muss er sich gar einmal bücken, um nicht mit dem sonnenverbrannten Denkapparat in direkten Felskontakt zu treten.

Grotta del Fico

Die vorzufindenden Formationen sind durchweg schön und in weiten Teilen sogar noch am Leben. Tief unter den Füßen des Besuchers ist an einer Stelle das Meer zu erkennen, wie es im Hohlraum für weiteren Vortrieb sorgt. Nur einmal greift der Italiener auf bunte Beleuchtung zurück, ansonsten sorgt helles Licht für die farbtreue Darstellung der Kalkformationen. Im Jahr 2014 sogar ohne Lampenflora.

Grotta del FicoDer Zugang erfolgt über das Meer. Man munkelt allerdings, man könne das Loch auch abenteuerlich auf dem Landweg erreichen. Dies konnte allerdings nicht überprüft werden. Herumlungern am Strand war wichtiger. Individualisten nehmen ein Mietboot, der Pauschalere kann in den einschlägigen Häfen eine entsprechende Tour buchen. Geparkt wird an einer der Bojen, durch aufgeregtes Winken kann man die Aufmerksamkeit der Wächter erhaschen, die dann den bärtigen Mann im Zweitboot zur Abholung schicken. Selbständiges Anlegen am Steg oder gar Festmachen in zweiter Reihe am Abholer-Boot wird nicht gern gesehen.

Grotta del FicoGenerell wird ein Obolus von 8 Euro pro Nase fällig. Damit erwirbt man das Recht in der Höhle frei umherzulaufen und bekommt ein Tonabspielgerät mit Erklärungen in der Sprache der Wahl ausgehändigt. Man kann sich auch einer Führung anschließen, wobei die Startzeiten zumindest in der Nebensaison offenbar keinem geregelten Muster folgen. Die Bandansage ermuntert an diversen Stellen zum Fotografieren und hat auch die Erklärung zur Namensgebung parat: Ein riesiger Feigenbaum versperrte einst die Sicht auf die Höhle, wuchs er doch in Meeresnähe auf blankem Fels. Seine Nahrung holte er sich durch riesige Wurzeln aus dem Höhleninneren. Der Baum musste den Naturgewalten irgendwann weichen, seine Wurzeln können im Inneren aber noch bewundert werden. Ein kleiner Feigenbaum wird von der Wachmannschaft als Ersatz herangezogen.

Nochmal : Es handelt sich um eine sehr, sehr schöne Schauhöhle . Das andere Drecksloch, welches Touristen in Massen anzieht ( Bue Marino ) ist nicht der Rede wert - und schon gar keinen einzigen Euro.

Für den echten CaveSeeker beginnt der spannende Bereich allerdings am Ende des Schauteils im Endraum : Hier hängen zwei Seile von der Decke...

Grotta del Fico

Hat man sich erfolgreich mit Fallgurt, Schleifsack und Fotoapparat an der Eingangskontrolle vorbeierklärt, steigt man ächzend auf. Natürlich ohne Schlaz - und selbstverständlich in kurzen Hosen und mit ausgelatschten Badeschlappen. Nicht vergessen: Man verkörpert die Crème de la Crème der internationalen Höhlenforschung.

Grotta del FicoIn der ersten Etage angekommen, schweift der Blick weiter nach oben: immerhin hängt da noch ein weiteres Seil von der Decke. Aber der Schweiß brennt zu sehr in den Augen und die blutigen Zehen schmerzen - also wird der Kopf gesenkt und man schreitet aufrecht einen ca. 40 Meter langen Gang ab, während mit der peripheren Sicht immer noch schlimmere Excentriques-Nester wahrgenommen werden.

Wer am Höhleneingang einen geübten Siemens-Mitarbeiter stationiert hat, welcher während der Fotografier-Session den Hohlraumwächter zugeschwallt hat, braucht auch am Ende nicht einmal versuchen sein Eintrittsgeld nachzureichen. Ob aus Freude über unsere Abreise oder aus echter Solidarität unter Extremforschern - man will es besser gar nicht wissen.

Volle Empfehlung!

Erzeuger: Autor: Jürgen WipplingerAutor: Florian Seeleitner 20.08.2014 - 00:20:02
Speläotheme: Stalaktit [ ]
Sinterbecken [ ]
kaskadierte Tropfsteinkerze [ ]
Linsenprofil [ ]
Sinterfahne [ ]
Excentrique [ ]
KOORDINATEN REAKTOR ZWEI VERSION 0.22 - HIRNMACHT
CAVESEEKERS
Links: Höhlenheimseite. Vermutlich in Italienisch. Aber mit anständigen Bildern.
Ähnliches: Vulkanhöhle [120 Punkte]
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