Missionsbeschreibung -

Goldloch

ÖFFENTLICH
Höhle: Link zur Hohlraum-Hauptseite Goldloch
Mission: 407 - Ice Crusher
Datum: [Samstag]
Zeitrahmen: 15:30-0:26 [20:00-22:30]
Nettozeit: 2:30 Stunden
Prozentsatz: 10%
Mobil: Alle
Mannschaft: Florian Seeleitner
Besprechung:

Man startete am späteren Nachmittag, um bei einbrechender Dunkelheit das Loch zu erreichen. Schließlich wollte man in der Skifahrer- und Snowboarder-Gemeinde nicht allzu viel Aufsehen erregen. Mit randvollen Tourenrucksäcken startete man den Aufstieg vom Kampenwandbahn-Parkplatz aus (625m, 15:30), nicht ohne noch vorher ein paar nette Worte mit der nebenan parkenden Bergwacht gewechselt zu haben.

GoldlochNach Sonnenuntergang erreichte man gegen 18:00 Uhr die Gori-Alm (1240m) und kehrte auf ein heißes Getränk und eine kurze Besprechung ein. Das Einschlazen an der Hütte hätte den Vorteil gehabt, sich später nicht im Steilhang umziehen zu müssen, wurde aber verworfen, da noch ein Tiefschneefeld durchpflügt werden musste.

Nach erfolgter Stärkung und weiteren 100 Höhenmetern erreicht man besagtes Feld voll weichem Pulverschnee. Trotz Schneeschuhen respektive Tourenski versank man knietief im weißen Nichts und spurte unter großen Anstrengungen den immer steiler werdenen Hang Richtung Portal hinauf. Der Höhleneingang selbst liegt nochmals gute 8m höher in einer Felswand (ca. 1370m).

Dank den verspannten Drahtseilen konnte sich der Vorstiegsmeister Herr P. mit Bandschlingen die eisige Felswand hinaufprusiken. Ein heruntergelassenes Seil ermöglichte den Materialtransport nach oben und erlaubte schließlich auch den Einsatz von Steigklemmen, um die letzte Hürde zum Loch zu überwinden.

Über eineinhalb Stunden hatte man von der Hütte bis hierher gebraucht...

GoldlochAm Eingang erwartete einen bereits ein äußerst ansprechendes Ensemble von Eiszapfen, Eisfahnen und Eis-"Stalagmiten". Sofort wurde das frisch erworbene Blitz-Equipment ausgepackt und ausgiebig in der realen, kalten Welt getestet. Wie erwartet waren manche Batterien mit den Temperaturen unzufrieden, aber es konnte trotzdem Vorzeigbares abgelichtet werden.

Der Weg zum 30m-Schacht wäre nur etwa 12m lang gewesen und im Sommer so schwer wie 12m Fußgängerzone, aber bei der vorhandenen Eismenge eine Herausforderung. Der Boden bestand aus blank spiegelndem Eis und seine Steigung ermöglichte kein Vorwärtskommen.

GoldlochAusgespreizt in den Wänden konnte man einige Meter gutmachen, dann wurde zusätzlich der Gang durch mehrere aufeinanderfolgende Riesen-Eiszapfen versperrt. Sie reichten von der Decke bis zum Boden und maßen teilweise einen halben Meter im Durchmesser. Konnte man sich unterhalb des ersten Hindernisses noch mit relativ geringen Schmerzen vorbeizwängen, wurde beim nächsten Eiszapfen ein Höchstmaß an Akrobatik verlangt. Um von einem nicht ganz so stabil scheinendem Exemplar nicht versehentlich zermatscht zu werden, beschloss man es kontrolliert zu demolieren - ein lauter und schmerzhafter Spaß.

Nun stand man endlich vor dem Schacht und war durchaus beeindruckt. Der obere Teil ist relativ rund und misst etwa 5m im Durchmesser, der Schachtmund selbst ist etwas enger und leicht geknickt, aber sicherlich 2-3m breit.

Im deutlich spürbaren Höhlenwind auskühlend wurde erneut beraten was zu tun ist, man beschloss aber dann den Rückzug. Immerhin hatte man schon über 6 Stunden bis hierher gebraucht - und das lange Seil lag noch am Höhleneingang...

Gegen 22:30 Uhr verließ man das Loch, seilte sich vom Portal in den Tiefschnee ab und konnte bald den alarmbereiten Daheimgebliebenen Entwarnung geben. Mit Schachtbefahrung wäre es etwas knapp geworden...

Um 0:26 Uhr erreichte man mit Knieschmerzen, Blasen und Hämatomen das rettende Fahrzeug und verließ den Ort des Geschehens.

Fazit:

  • Im Winter verzaubern Eisgebilde die Höhle, aber im Sommer? Bislang wurden keinerlei Spuren von Sinter oder Tropfsteinen gesichtet, allerdings ist man auch nicht sehr weit gekommen.
  • Der Schacht ist durchaus eine nette Herausforderung und muss bezwungen werden. Bietet Potential für konkrete Fotos.
  • Immerhin eine "echte" Höhle und keine 10m-Bergzerreißungsspalte o.ä. wie es sie hier zu häufig gibt.
  • Die Funk-Auslöser von Phottix sind gar nicht so schlecht.
  • Mit schwerem Gepäck rauf und runter ist kein Spaß, nächstes Mal wird die Seilbahn getestet - wir kommen wieder.

Erzeuger: Autor: Florian SeeleitnerBilder: Florian SeeleitnerBildassistenz: Florian Seeleitner 29.01.2012 - 23:32:18
Bilder: GoldlochGoldlochGoldlochGoldlochGoldlochGoldlochGoldlochGoldlochGoldlochGoldloch
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