Missionsbeschreibung -

Eisenerzbergbau Schmiedefeld

ÖFFENTLICH
Höhle: Link zur Hohlraum-Hauptseite Eisenerzbergbau Schmiedefeld
Mission: 399 - Vom Winde verweht
Datum: [Samstag]
Zeitrahmen: 13:00-22:30 [19:10-22:05]
Nettozeit: 2:55 Stunden
Prozentsatz: 51%
Mobil: Allerhand
Mannschaft: Peter KlampflOliver ArendtMichael KreilAgentAgentAntje HeidenreichOliver WolframMax SchmolinAgentAgentMichael HärtlMark Weiss
Auszeichnungen:
Besprechung:

Eisenerzbergbau Schmiedefeld Bei unserer heutigen Mission sollte der vor drei Wochen entdeckte Stollen dieser ehemaligen Eisenerzgrube erkundet und fotodokumentarisch festgehalten werden. Da wir ein ganzes Wochenende in dieser Ecke Thüringens eingeplant und somit eine Unterkunft nahe des Einsatzortes hatten, erübrigte sich ein ansonsten übliches und verspätetes Treffen aller Teilnehmer. So konnten wir gleich von Anfang an vollzählig und mit einer selten großen Teilnehmerschar in Richtung Stollen vorrücken.

Eisenerzbergbau Schmiedefeld - ...öh wo gings noch mal lang?Angeführt von Kamerad Klampfl fuhren wir - vermutlich ein Durchfahrtsverbot übersehend - durch ein idyllisches Waldtal. Leichte Orientierungslosigkeit sorgte kurz vor dem eigentlichen Ziel dafür, dass nun auch einmal Stadtmenschen lernen konnten, wie man auf einem engen Waldweg vier Fahrzeuge ohne nennenswerte Schäden wenden konnte. Ohne weitere Zwischenfälle erreichten wir wenig später eine nun zu unserem Parkplatz umfunktionierte, schon stark überwachsene Halde.

Eisenerzbergbau Schmiedefeld Die Horde schaffte es in einer Rekordzeit von fünfzehn Minuten, sich komplett umzuziehen und die nötige Ausrüstung zusammen zu raffen. Dann ging's auch schon los. Schon kurz hinter besagter Halde empfing uns der Stollen, freundlicherweise mit weit geöffnetem Eisengitter. Die wenige Meter nach dem Stollenmund befindliche Stahltüre in einer Vermauerung des Stollens ließ sich diesmal - im Gegensatz zu unserer Vorerkundungstour - relativ leicht dazu überreden, sich zu öffnen. Es fehlte der damals noch vorhandene starke Wetterzug, welcher diese Türe sonst in den Rahmen saugt. Nachdem sich auch der letzte Caveseeker durch die schmale Öffnung gepreßt hatte, marschierten wir wohlgeordnet in einer Reihe hintereinander wie Schneeflittchen und die 11 Zwerge in den Berg.

Eisenerzbergbau Schmiedefeld - Herr Kunz unter Strom!Fünf Minuten oder eintausendfünfhundert Zentimeter später dann der erste Grund für eine Beinahschlägerei. Der Stollen verzweigte sich in zwei Richtungen und, um einer sonst willkommenen Körperverletzung zu entgehen, opferte sich Kamerad Arendt mit zwei weiteren Gesichtern aus der Gruppe, um in den rechts abzweigenden Streckenteil einen kurzen Erkundungsvorstoß zu unternehmen. Währenddessen folgte der andere Trupp murrend schon mal langsam dem Hauptstollen. Nun wurden die Abstände der Anfangs in Reih und Glied marschierenden Gesichter immer größer. Die Bildermacher und ihre Blitzschlampen lichteten alles Unmögliche ab, die Wissensdurstigen plumpsten beinahe in ein abgesoffenes Gesenk, Kamerad Kunz entdeckte einen alten Verteilerkasten nebst Schlauch und versuchte, durch Saugen an diesem noch etwas Energie zu gewinnen und die Eiligen stürmten weiter den Stollen entlang.

Eisenerzbergbau SchmiedefeldNach geschätzten 900 Metern erreichte die Sturmtruppe eine Art Ausweichstelle, wo sich in einer durch eine Mauer vom Hauptstollen getrennten Bucht ein ebenfalls unter Wasser stehender Schacht befindet. Durch das Anfangs noch klare Wasser konnte man eine in der Tiefe verschwindende Leiter und Bühnenreste sehen. Welche Funktion dieser Schacht jedoch einmal gehabt haben könnte, erschließt sich dem Betrachter nicht, da keinerlei Fördereinrichtungen oder dergleichen sichtbar sind. Der Förderstollen selbst hatte dem Anschein nach einmal eine wichtige Funktion, da dieser mit relativ großem Querschnitt aufgefahren wurde. An der Firste des Stollens hängen in regelmäßigen Abständen Reste von Isolatoren, an denen wohl einmal der Fahrdraht für die Grubenlokomotiven angebracht war. Vom Schienenweg selbst sind nur noch die Schwellen erhalten, hier hat vermutlich ein Altmetallhändler schon feste Tatsachen geschaffen.

Eisenerzbergbau Schmiedefeld - Einfach mal wirken lassen...Der Stollen ist größtenteils mit einer Stampfbetonmauerung ausgebaut, an manchen Stellen kommt auch Ziegelgewölbemauerung oder hölzerner Türstockausbau vor. An sehr wenigen Stellen durchfährt der Stollen das Gebirge ohne Ausbau, und in diesen Bereichen erkennt man gut, wie zerklüftet der Berg ist. Ungefähr 1000m vom Stollenmund entfernt treffen wir dann erneut auf einen Abzweig, diesmal jedoch einmündend. Da sich die Gruppe inzwischen weit verstreut hat, entfallen die sonst üblichen Diskussionen über den weiteren Weg und so bleiben die Kameraden erst einmal auf dem Hauptstollen. Vorbei an einem ebenfalls abgesoffenem Gesenk treffen wir wenige Meter weiter auf einen großen, den halben Stollen ausfüllenden Verbruch. Die hier zwischen Stahlsegmenten eingebrachten Holzstöße haben dem Zahn der Zeit nachgegeben und die darüber befindlichen Lockermassen in den Stollen stürzen lassen.

Eisenerzbergbau SchmiedefeldÜber dem Verbruch ist ein hoher Abbauhohlraum erkennbar, an dessen Seiten tonnenweise lockeres Geröll auf den Befahrer wartet. Nach einem kurzen und vorsichtigem Blick hinter den Verbruch, wo sich bereits reichlich Wasser angestaut hat, beschließen wir einstimmig, hier den weiteren Vormarsch zu beenden und dafür in den kurz zuvor passierten Abzweig zu marschieren. In diesem hat der enorme Bergdruck auch schon beachtliche Arbeit geleistet. Die Stampfbetonmauerung ist durchzogen von armdicken Rissen, stellenweise hat sich das Gewölbe um mehrere Zentimeter gegensätzlich verschoben. Zudem scheint dieser Stollenteil bergwärts abzufallen, da das auf der Sohle strömende Wasser immer tiefer wird. So müssen wir nach einiger Zeit wegen Überforderung der Gummistiefel auch hier unsere Befahrung beenden, obwohl optisch kein Ende in Sicht ist.

Eisenerzbergbau Schmiedefeld - Unfassbar! Ein Schimmelteppich!Mit dem eisernem Vorsatz, noch einmal mit Wathosen anzurücken, kehrten wir um den emsig fotographierenden Kameraden entgegen. Diese waren zwischenzeitlich auch schon an dem großen Verbruch des Hauptstollens angekommen. Einige Bilder weiter konnte so dann geschlossen der Rückzug angetreten werden. Dreißig Minuten später erreichten wir den ersten Abzweig. Die Anfangs gleich in den Hauptstollen stürmenden Kameraden wollten auch in diesen noch einen Vorstoß unternehmen. Schon wenige Meter nach der Verzweigung nach einer alten ziegelgemauerten Wetterschleuse bot sich dem Betrachter ein leicht chaotisches Bild. Ein großes Gesenk war halb verbrochen und - wie so oft - gänzlich abgesoffen. Die Sohle dieses Stollens wurde überdeckt von einer gelblich-weißen Pilzkultur. Zudem wurde der weitere Weg durch einen riesigen, den gesamten Raum ausfüllenden Verbruch abgeriegelt. Also Schicht im Schacht und entgültiger Rückzug.

Eisenerzbergbau Schmiedefeld - Der Ein- und Ausgang mit Luftzug.So trafen wir uns alle wohlbehalten und vollzählig an der U-Boottüre nahe dem Stolleneingang wieder und fuhren aus. Da einige Fragen zu dieser Grube offen blieben, wie zum Beispiel die Frage nach dem diesmal fast völlig fehlendem Wetterzug und der Tatsache, mit geeigneten Wathosen weiter zu kommen, entschieden einige der anwesenden Kameraden, eine Folgebefahrung in naher Zeit zu organisieren. Beendet wurde d ieser Ausflug in die Eingeweide des Thüringer W aldes bei Bier und Tee in einer behaglichen kleinen Pension nahe mehrer er Schieferbergwerke. Auch diese werden eines Tages von uns überfallen wer den. Die Arbeit wird uns wohl so schnell nicht ausgehen.

Erzeuger: Autor: Peter KlampflOrganisation: Peter KlampflAnfahrt: Antje HeidenreichAnfahrt: Peter Klampfl
Bilder: Eisenerzbergbau SchmiedefeldEisenerzbergbau Schmiedefeld - Der Rostsinter.Eisenerzbergbau SchmiedefeldEisenerzbergbau Schmiedefeld - Unfassbar! Ein Schimmelteppich!Eisenerzbergbau Schmiedefeld - Untere Etage?Eisenerzbergbau SchmiedefeldEisenerzbergbau SchmiedefeldEisenerzbergbau Schmiedefeld - Schwer zu erkennen, aber es geht an dieser Stelle noch eine Etage nach unten. Leiter vorhanden.Eisenerzbergbau Schmiedefeld - ...öh wo gings noch mal lang?Eisenerzbergbau Schmiedefeld - Einfach mal wirken lassen...Eisenerzbergbau SchmiedefeldEisenerzbergbau SchmiedefeldEisenerzbergbau SchmiedefeldEisenerzbergbau Schmiedefeld - Herrlichste Ablagerungen.Eisenerzbergbau SchmiedefeldEisenerzbergbau Schmiedefeld - Der Ein- und Ausgang mit Luftzug.
  Mirko Nachname-egal
13.06.2011 / 18:44:07 / 478 / 79.214.154.112 / KOMMENTAR / ÖFFENTLICH
  Sehr schöne Dokumentation! Ich kann euch hierzu noch ein paar Tips und Erfahrungsberichte liefern, da ich mit meinem Kumpel schon öfters dort drin war und wir auch weiterhin dort hingehen werden, denn es gibt sehr viel zu entdecken.
Ihr schreibt, daß ihr an dem Verbruch nach vorsichtigem Schauen zurückgelaufen seid. Wärt ihr mal weitergegangen! Denn dort tut sich die Welt erst auf...! Ich habe übrigens von einem Arbeitskollegen letztens einen Grubenplan dieser Anlage gekriegt, den ich aber erst noch einscannen muß. Der Plan ist allerdings von ca. 1960, das heißt, viele Gänge sind noch nicht verzeichnet. Den Betongang, den ihr entlanggelaufen seid, sind wir auch schon mal gegangen, bis die Stiefel am Ende waren.... Weiter hinten gibt es einen sehr steilen und gefährlichen, aber durch Eisenstufen begehbaren Aufstieg von der 150m- zur 100m- und sogar 50m-Sohle. Wir waren letztens mal auf der 100m-Sohle, denn weiter oben sind die Stufen zu Ende und man muß sich an einem dort angebrachten Seil nach oben ziehen...
Ein paar Fotos hätte ich auch zu bieten, die sind aber oft ziemlich dunkel, zumindest was die reinen Hohlraumfotos angeht....
Also, vielleicht bis später :-)

Grüße aus Gräfenthal :-)
 
  Caveman
13.06.2011 / 19:57:38 / 479 / 91.14.163.230 / REAKTION AUF KOMMENTAR / ÖFFENTLICH
  Hallo Mirko,
interessant! Zwischenzeitlich sind wir ein paar Befahrungen weiter gekommen und um viele Eindrücke,- auch was das Gesamtbild der
Anlage betrifft,- reicher. Den von Dir erwähnten Bremsberg konnten wir auch schon bis zur 100m-Sohle entern.
Wie wärs mal mit einem Kontakt?
Glück auf!
Pit
 
  Daniel-th
12.03.2014 / 09:57:37 / 566 / 178.12.141.3 / KOMMENTAR / ÖFFENTLICH
  ich kann mich da nur anschließen das ausmaß ist noch um einiges größer als beschrieben
 
  chrissi
11.06.2014 / 23:19:22 / 568 / 84.182.24.102 / KOMMENTAR / ÖFFENTLICH
  Hallo!
Nach zwei vor Ort Besuch der vergangenen Wochen bin ich nun auf der Suche nach Dokumentationsmaterial über dieses Revier.
Bei unserem letzten Besuch haben wir selbst mit Kompass, Stift und Papier einen recht amateurhaften Lageplan skizziert, der aber doch eine schlüssiges Gesamtbild ergibt.
Man erkennt darauf gut, dass euer Bericht mit Kehrtwende am Verbruch nur knapp 1/4 des begehbaren Stollensystems umfasst!
Bei Folgebesuchen ruhig das etwas weniger vertrauenserweckende Stück passieren - es lohnt sich! Danach sind die Fahrstollen auch wieder so gut befestigt wie zu Beginn.
Auch der bereits kommentierte Bremsberg ist sehr sehenswert, konnte von uns aber bisher nicht bis in die oberen Sohlen befahren werden.
Grüße und vielen Dank für die Doku!
 
  reviersteiger
12.06.2014 / 18:14:13 / 569 / 80.187.97.0 / REAKTION AUF KOMMENTAR / ÖFFENTLICH
  Guckst du www.reviersteiger.com / Erzbergwerk S/W, Erzbergwerk S/O, Erzbergwerk V, Erzbergwerk G.
Die beschriebene Kehrtwende am Verbruch fand theoretisch noch im Eingangsbereich statt. Bis dahin hat man gerade mal ein Zehntel der Anlage befahren.
Der Bericht hier auf caveseekers.com ist schon etwas in die Jahre gekommen, doch hinter den Kulissen hat sich viel getan.
Glück auf!
 
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