Missionsbeschreibung -

Dobro Voljo

ÖFFENTLICH
Höhle: Link zur Hohlraum-Hauptseite Dobro Voljo
Mission: 481 - Knochensucht
Datum: [Samstag]
Zeitrahmen: 16:00-20:32 [16:31-19:58]
Nettozeit: 3:27 Stunden
Prozentsatz: 100%
Mobil: Konokrassmobil
Mannschaft: Jürgen WipplingerJohanna BartosAgent
Besprechung:

Dobro Voljo - Eine herrliche Zusammenstellung von Gebeinen - andere Perspektive.

Man hat Spass bei der Anfahrt: Es geht donnernd über einen Feldweg, der den beiden Passagieren im Fond den einen oder andern kraftvollen Stoß versetzt und das Hundsvolk dazu veranlasst besonders unangenehme Gerüche auszuwerfen. Der Beifahrer mit Pfeife befolgt unaufmerksam die Anweisung des Fahrers, doch bitte zum Selbstschutz das Seitenfenster zu schließen - bestachelte Zweige schrammen bereits am Fahrzeug entlang - und wendet sich umgehend erneut dem eigentlich schon längst vergessenen Garmin zu. Nicht nur der Weg ist das Ziel.

Dobro Voljo - Endlich: Scheisse im Hohlraum.Kalter Nebel breitet sich vor den Helden aus. Die Höhe des Mittelstreifenbewuchses steigt von wenigen Zentimetern auf eine beachtliche Höhe von einem Meter und mehr. Unter solchen Umständen ist klar, dass die Geschwindigkeit gesteigert wird. Ja sogar gesteigert werden muss.

Gross ist die Freude, dass das Fahrzeug "über der Vorderachse" zwar sehr hoch ist, jedoch nicht über 1,30 Meter - denn sollte diese magische Höhe überschritten werden, zieht der Slowene - seines Zeichens hochqualifizierter -Europäer wie die meisten anderen auch - seit kurzem 40 Euro Maut ein. Zumindest von denen, die auf der Autobahn fahren - welche selbstverständlich zu 100% von Brüssel bezahlt wurde. Und woher Brüssel das Geld hat ist eh' klar. Hoffentlich finden alle und einen Weg an Slowenien vorbei - nicht dass sie völlig überschuldet bei ankommen und so ihren Kaffee wie arme Leute bei Starbucks trinken müssen.

Unaufhaltsam bricht die hohe und teure Motorhaube durch die Vegetation. Das Licht dringt kaum durch den dichten Bewuchs. Wohl auch wegen dem dichten Nebel...

Dobro Voljo - Eine herrliche Zusammenstellung von Gebeinen.Die Kälte treibt die Helden umgehend in ihre Schlaze. Der fast undurchdringliche Weg zum Loch ist mit ca. 50 Metern Länge gerade noch ohne Pause zu schaffen, dennoch Murren in der Mannschaft. Es hätte durchaus noch ein wenig näher ans Loch gefahren werden können. Dann die üblichen Diskussionen zum Thema Seileinbau. Die Argumente des zertifizierten Höhlenretters werden ausführlich dargelegt - und dienen wie immer nur dem Verzögern des Unausweichlichen: Es wird gemacht wie und Wipplinger entscheiden. Und das schnell. Denn es wird kälter.

Dobro VoljoUnten angekommen beginnt Frau Bartos ungefragt damit, JEDEN verfluchten Stein umzudrehen, und nach Hühner-, Tauben-, Fuchs-, Fledermaus-, Menschen-, oder Lurchknochen zu suchen. Bilder die sich in die Netzhaut einbrennen: Eine Frau, die mit grösster Freude kopfüber zwischen dem Geröll nach wertlosen Knochen sucht. Eine meinungsbildende Anmerkung des Autors: Es existieren inzwischen 7.2 Milliarden LEBENDE Menschen auf diesem Planeten. Es dürfte klar sein, dass selbst im Ansatz bisher nicht so viele Coca-Cola-Dosen produziert wurden. Also wenn schon wertloses gesammelt werden muss, dann doch besser Cola-Dosen. Oder Bananenschalen. Oder auch Hundekottüten.

Dobro VoljoAls endlich irgendwelche Knochen gefunden werden, die von der Ferne wie menschliche Oberschenkelknochen wirken, steigert sich die Stimmung zum Rausche. Hurra! Ein karger Rest eines Toten! Der Autor wendet sich gähnend ab, und dringt weiter in den Hohlraum ein, während das Glücksgeschrei der Restmannschaft hinter ihm langsam - sehr langsam - leiser wird.

In erholsamer Stille schläft Herr Wipplinger ein ... und schreckt auf, als weitere Freudenschreie in seiner unmittelbaren Nähe ausgestossen werden. Offenbar wurden VIER Ziegenschädel gefunden. Und sogar ein Stück noch nicht ganz verrottete Kacke. Das Glück ist perfekt.

Dobro VoljoInzwischen ist man - ob der permanenten Freude quasi unbemerkt von sich selbst - an der tiefsten Stelle im Loch angekommen. Ein großer, flacher Raum, in dem zunächst das Ende erreicht zu sein scheint. Doch hier findet sich die von langer Hand angekündigte "narrow passage", die beinahe umgehend in Angriff genommen wird.

Am Ende des Schlufs stehen die Helden ein wenig ausser Atem in feuchtem Lehm, und blicken auf bis dato umbeschrittenen typisch slowenischen Glitzersinter. Hier hätte der CaveSeeker - wie schon so oft - unter normalen Umständen die Segel gestrichen. Aber der einheimische Geheimathlet schritt bereits behende über zahlreiche Sinterbecken und gestikulierte von der Ferne man solle ihm doch folgen.

Dobro Voljo - Premium Kristall-Stalagtit.

Hin- und hergerissen entledigt sich der CaveSeeker seines verlehmten Schuhwerkes und schreitet in sauberen Socken weiter voran. Von den angekündigten "crystals" ist weit und breit nichts zu erkennen - bis auf den gesamten Bodenbereich, der im Lichte der Scurions "einem Feuerwerk gleich" in den Augen brennt.

Dobro Voljo

Der Fotoapparat wird ausgepackt als ein "Kristallspitzenstalaktit" im ortstypisches design - braun mit scharfer Spitze - entdeckt wird. Endlich werden auch die zahlreichen kristallbesetzten Sinter-Perlen gewürdigt, die in den noch zahlreicheren Sinterbecken ihrer Ablichtung harren.

Dobro Voljo - Unglückliches Foto der Man befindet sich nun bereits länger als 60 Minuten im Loch. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass die generelle -Hektik beginnt. Zunächst nur vom Fachmann als solche erkennbar. Doch schon wenige Minuten später in voller Ausprägung. Darum hetzt man weiter hinter her, welcher im Dunkeln in der dicken Endhalle im Dreck zum Halt gekommen ist. In dieser Halle findet sich ausser leicht mit Sinter überzogem Baatz nichts weiter von Interesse.

Die -Hektik nimmt zu. Wird sie befeuert von starkem Harndrang? Angst den Ausgang nicht zu finden? Angst vor dem Aufstieg? Angst vor plötzlich steigendem Wasser? Oder vor dem eigenen plötzlichen Kindstod mit knapp unter Fünfzig? Erst später wird klar werden, dass dieses Mal starker der Vater der Hektik war. Also: Rückzug.

Dobro Voljo - Stalagmit mit allerlei kleineren Krüppeln am unteren Ende.

Die Hektik ist unerträglich. Nur an jeweils neu aufgefundenen Knochen entspannt sich die Situation kurz - und unter Androhung von Gewalt muss der weisse Bilderstellungssklave Bilder von den selben anfertigen. Aus allen "Perspektiven".

Als der Autor dann endlich als letzter an der Oberfläche ankommt, begrüßt ihn wunderbares Wetter: Unter 0 Grad bei Vollmond. Und ein entspanntes Gesicht. Die Hektik ist verflogen.

Erzeuger: Autor: Jürgen WipplingerOrganisation: AgentBilder: Jürgen WipplingerBildassistenz: Johanna Bartos 03.01.2014 - 11:19:30
Speläotheme: Stalaktit [ ]
Sinterbecken [ ]
Stalagmit [ ]
Kristalstalaktit [ ]
Knöpfchensinter [ ]
Stalagnat [ ]
Excentrique [ ]
Sägezahnsinter [ ]
Sinterröhrchen [ ]
Lebensformen: Mensch [ ]
Springinsekt [ ]
Bilder: Dobro VoljoDobro VoljoDobro VoljoDobro VoljoDobro VoljoDobro Voljo - Stalagmit mit allerlei kleineren Krüppeln am unteren Ende.Dobro VoljoDobro VoljoDobro VoljoDobro VoljoDobro VoljoDobro Voljo - Hier der berühmte gebankte Muschelkalk. Wunderbar!Dobro VoljoDobro VoljoDobro VoljoDobro Voljo - Unglückliches Foto der Dobro VoljoDobro VoljoDobro Voljo - Anfang der Socken-Zone.Dobro VoljoDobro VoljoDobro Voljo - Kleine Deckenimpression.Dobro VoljoDobro VoljoDobro Voljo - Premium Kristall-Stalagtit.Dobro Voljo - Noch eine Deckenimpression. Zum Zeitpunkt der Bilderstellung herrschte aktues Blitzversagen.Dobro Voljo - Stalagmit vor Glitzerzeug.Dobro VoljoDobro VoljoDobro VoljoDobro VoljoDobro Voljo
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