Neues - Missionen, Spezialeinsätze und Politik.

Jürgen WipplingerFlorian Seeleitner

Mission 485: Die Straße
11:11-20:53 [14:33-22:11]: Schonungslos wird das Miet-KFZ - aus minderwertiger, weitgehend französischer Herstellung - einen Berg nach dem anderen hoch- und wieder runtergetreten. Solange bis man den Abzweig zur endgültigen Straße nimmt. '''Die Straße''' befindet sich nicht in USA, Deutschland oder in der Ukraine. Sie befindet sich auf Sardinien.

Jürgen WipplingerFlorian Seeleitner

Mission 484: Schön zugeschwallt
12:45-18:10 [13:01-14:56]: "Scheiße! Sind wir auf der Flucht?" Zwischen Nahrungsaufnahme, Hektik, Gelächter über Pläne am nächsten Morgen um 6:00 Uhr aufstehen zu wollen, noch mehr Nahrungsaufnahme und Gedränge am Balkon, dringt ein Teilsatz Herrn Konopacs an das Ohr eines selten besser gelaunten Wipplingers: "... hängen drei Seile am Ende ...".

Ulrich HenschkerStephan HauseltOliver WolframMark WeissMichael Härtl
Jürgen WipplingerOliver ArendtThomas WarnickJürgen WipplingerStefan Distler
Katrin Henschker-Schäfer

Rohes Fleisch.Das Rohr. Man beachte die erotische Farbe des ausströmenden Wassers. Toll!Ungesunde Körperhaltung: Herr Arendt.
Verlacht: Herr Wipplinger - von Pappa Härtl.Mit lächerlicher Hose vor Elefant posend: Herr Wipplinger.In Erwartung übelsten Wetters würde der mobile Schluf sicher am Boden verankert.
Go-Kart. Mit Warnick.Idylle. Im Hintergrund: Arendt-Wohnwagen.Maximale Palettenhöhe. Immerhin in Flammen.
Erschöpfte Tiere. Zum Grössenvergleich mag der zerfetzte Sessel dienen.Das Letzte Aufgebot. Quasi die grauen Wölfe.7:30 - Herr Arendt überprüft die Situation, während Herr Henschker eben diese erläutert.

Torkeln in den Mai
Nicht nur beim Salafisten wird Tradition gross geschrieben - auch beim CaveSeeker gibt es - neben sehr vielen anderen Dingen - kaum etwas von mehr Relevanz. Denn Tradition ist wichtig.

Die üblichen alljährlichen Streiterein zum Thema des diesjährigen Austragungsortes begannen in diesem Jahr relativ früh - dauerten dafür aber mit ca. einem Monat nicht sehr lange an. Dennoch wurde ausgibig mit Schlägen, Brandstiftung und Familie gedroht. Auch mit der Familie von der Familie. Und mit Ameisen.

Herr Henschker - der solcherlei Spässe noch nicht erlebt hat - bot aus Verzweiflung an, den anvisierten Austragungsort vom Weisschen Weiher - welcher bereits letztes Jahr als Feuerstelle diente - zu sich nach Hause zu verlegen, um 'der Familie' weiteres Ungemach zu ersparen. Es gäbe darüberhinaus weitere bestechende Vorteile am Henschkerschen Anwesen zu geniessen: Getränke, Bänke, massig Holz, Nahrung, Platz und Hunde. Im Zweifelsfalle auch diverse leicht als Waffe zu verwendende Werkzeuge.

So macht sich Herr Wipplinger bereits um 14:30 heldenhaft mit dem 2012er eBike auf den Weg nach Emskirchen. Mit vollem Marschgepäck. Bei Zieleinfahrt um 17:30 zunächst für einige Minuten nicht ansprechbar, klagt er für den Rest des Tages über einen Hörsturz nach dem anderen - ausgelöst durch starke körperliche Überbelastung und die Schönheit der auf dem Weg beobachteten Landschaft.

Nach und nach trifft der Rest der Belegschaft ein. Und schnell wird klar: Bier muss her. Zur Lösung dieses Problems werden einige alte Herren in den Laderaum eines französischen Kleinkraftfahrzeuges geladen und zum henschkerschen Bierkeller verbracht. Hier wird zunächst - ganz CaveSeeker - die Schönheit des Gewölbes gepriesen, bevor - ebenfalls ganz CaveSeeker - der Alkohol eingepackt wird. Gelernt: In Emskrichen ist es wichtig einen eigenen externen Bierkeller zu haben.

Zurück am Austragungsort wird zunächst ein Go-Kart aus henschkerscher Eigenproduktion an die Grenzen getrieben. Nicht an die Grenzen der möglichen Höchstgeschwindikeit. Nein. An die Grenze seiner physikalischen Belastbarkeit. Und selbst beladen mit Herrn Warnick werden klaglos einige Runden absolviert. Ausgestiegen wird mit vereinten Kräften - und einem Brecheisen.

Die anwesende Jung-Feuerwehr entfacht mittels Benzinkanister zunächst sich selbst und dann das Palettenfeuer - während Frau Henschker die ersehnte Nahrung auffährt. Das grosse Fressen beginnt.

Das Feuer wird gleichzeitig mit 12 Holzpaletten bestückt und damit die maximale Flammenhöhe erreicht. Ca. 6 Meter. War schon höher. Hat aber noch nie so schön geknistert.

Für den interessierten Laien wird nun eine Führung durch den Henne-Moped-Laden und die angrenzenden Räumlichkeiten veranstaltet. Neben zahlreichen Attraktionen baulicher Natur beeindruckt den Autor insbesondere eine zur Schau gestellte Raider Verpackung - leider ohne Inhalt - und einer Schachtel orginaler Double Dips. Hier wird sogleich ein Exemplar verzehrt. Mit Tränen der Freude in den Augen. Andere Männer betasten derweil zahlreiche Vergaser, Bremsen, Zylinder und Schmierstoffe - und sind ebenfalls seelig.

0:05 - Endlich ist Erster Mai. Die Herren Härtl, Wipplinger, Distler und Warnick zünden die Ideal Standards: Dicke Macanudo Maduros. Noch mehr Freude als das Geld in Rauch aufgeht. Nur irgendwie nicht bei Herrn Härtl. Herr Härtl wird blass. Und schweigsam. Quasi kleinlaut.

1:00 - Die beiden Grills harren nun bereits seit Stunden ohne Grillgut aus. Die Glut ist nur noch schwach am glimmen. Auf der Restwärme versucht Hungerhaken Wipplinger drei grosse Bauchfackeln zu grillen. Dies gelingt nach 90 Minuten. Leider ist zwischenzeitlich sein Teller verschwunden - schliesslich wurde das Signal zum Aufbruch bereits vor einer halben Stunde gesetzt. Frau Weiss besorgt kurzfristig eine Alufolie, die Fackeln werden vertrauensvoll auf dieser platziert. Kurz umgedreht, um ein Messer zu holen - und schon fehlen zwei der Fackeln. Egal. Freudig setzt sich Wipplinger vor die verbliebene Fackel - und wird Zeuge, wie Herr Henschker diese zur Hand nimmt, und diese ohne zu Zögern einem der grossen Hunde zum Fras vorwirft. So ist es richtig. Eskalationsstufe 0.3.

2:30 - Abmarsch ins Dorf. Bewaffnet mit getuntem Bobby-Car und einem Schleifsack voll Bier und einer Flasche Cola - für den Intellektuellen.

2:40 - Die Abfahrt mittels Bobby-Car ist zunächst geprägt von Schmerzen im Gesäß und Muskelbeschwerden im Rücken - bis Herr Weiss im Rausche darauf drängt nun das Steuer übernehmen zu dürfen. Zunächst wird dieser Wunsch abgelehnt, später aber dann doch umgesetzt.

3:05 - 10 Meter weit ist Herr Weiss bereits gefahren, als er kräftig am Lenkrad reisst. Die Zigarette entgleitet seiner rechten Hand, das Fahrzeug stellt sich quer, und der Trinker schlägt am Asphalt auf, rollt ein wenig die Strasse hinab und bleibt fröhlich lachend mit dem Gesicht nach unten liegen. Die Situation erscheint unkritisch.

3:06 - Es wird nach einen Pflaster gerufen, weil gerade niemand da ist, der die Wunde über dem Auge nähen könnte. Keiner setzt sich in Bewegung. Es wird gewartet. Der Ton wird kurz lauter. Eskalationsstufe 1 ist erreicht.

3:07 - Um die Zeit zu überbrücken, die Herr Weiss benötigt um von der Strasse aufzustehen, bittet Herr Wipplinger um sein Cola. Dieses wird ihm auch promt von Herrn Hauselt ausgehändigt. Um mit beiden Händen in den Hosentaschen nach dem Flaschenöffner stöbern zu können, wird die Flasche kurz Herrn Warnick zu treuen Händen übergeben. Dieser lässt sie - selbstverständlich - kurzerhand fallen. Keine Bauchfackeln, kein Cola. Eskalationsstufe 3. Der Ton wird rauher. Beispiel: 'Man sollte den Warnick generell immer zu Boden treten - weil wenn er dann die Flaschen fallen lässt, besteht Hoffnung, dass diese den Sturz überstehen.'

3:20 - Johannis Paulus dringt in ein Abwasserrohr in Zentral-Emskirchen ein. Nicht weiter schlimm. Die Längenausdehnung des Rohrs ist unklar, das Wasser steht nur ca. 10cm hoch, und pro Meter hängen etwa 5 extrafette schwarze Spinnen. Ohne Hirn folgt der torkelnde Rest. Bis auf Herrn Warnick.

Nach 5 Metern im Rohr ist die Geduld der meisten Trinker erschöpft. Es wird Blutrache geschworen. Aber es gibt kein zurück.

Nach weiteren 50 Metern wird nicht mehr versucht mit den Knien oberhalb des Wassers zu bleiben. Nochmals 50 Meter weiter landen dann auch die Schuhe im Brackwasser - und kurz darauf auch die Hände. Macht aber nichts, weil an den Knien, an den Ellenbogen und an den Handballen ist bereits kaum noch Haut vorhanden, die hätte nass werden können. Eskalationsstufe 5 wird ausgerufen. Totaler Hass.

Nach weiteren 150 Metern keimt kurz Hoffnung auf ein Ende der Tortur auf. Allerdings ohne Grund, denn die ausgemachte Änderung am Rohrprofil ist nur ein Abzweig. Es geht nochmal 150 Meter weiter.

Gefühlte 2 Stunden später dann die Ankunft im Zielgebiet. Der vorgefundene Raum - zusammen mit dem dort umherlebenden Getier - lässt die Eskalationsstufe auf 6 steigen. Um der kurz bevorstehenden Schlägerei zu entgehen, wird umgehend das Rückzugsgefecht eingeleitet. Glücklicherweise werden die Blutegel im Rohr nur von wenigen wahrgenommen.

4:05 - Die Kasperaden werden notdürftig von den Spinnen befreit, Drecksbrühe von den zerschundenen Hosen fliesst zu dem bereits in den Schuhen schwappenden Brackwasser. Ein schönes Gefühl, welches zu Resignation führt, und damit die Eskalationsstufe schlagartig auf 4 fällt.

4:15 - Man schleicht völlig geräuschlos durch einen Hinterhof. Nur die Bierflaschen im Schleifsack scheppern. Ein Gitter wird geöffnet, und schon beschreitet man einen alten Eiskeller. Die Bergwerk-Fraktion träumt von der 100 Meter-Sohle, Herr Wipplinger fragt nicht zum letzten Mal nach der Büste und gähnt.

4:44 - Inzwischen hat man Emskirchen komplett durchquert. Länge mal Breite mal Höhe mal Tiefe. Herr Warnick atmet bereits seit 25 Minuten nur noch sehr flach. Starke Schweissproduktion wird jedoch als Indiz eines noch nicht erfolgtem Ablebens bewertet. Und so dringt man - wieder völlig geräuschlos und unter Verzicht auf Leuchtwerk - in ein imposantes, jedoch stark verfallenes Gebäude ein.

5:10 - Herr Härtl ist kurz vor der totalen Eskalation. Ein Wort mehr, und Johannis Paulus wäre ob seines alkoholbedingten Dummschwatzes zu feuchtem Brei zerschlagen worden. Herr Warnick hingegen denkt über Selbsttötung mittels eines Fenstersturzes aus dem fünften Stock nach. Herr Wipplinger sucht die Büste während Herr Henschker versucht die Moral über 0 zu halten. Was gelingt. Zumindest bis zum Fuße des auf dem Rückweg zu bezwingenden Berges.

6:05 - Herr Warnick bockt. Der Anstieg sei zu steil. Und überhaupt. Pro überwundenem Höhenmeter wird 30 Sekunden pausiert. Der Blutdruck ist am Boden. Der Blutzucker nicht mehr messbar. Und der Puls bei 210. Glücklicherweise ist noch genug Alkohol im Blut um den Exitus zu verhindern.

7:00 - Rückankunft an der Feuerstelle. Schnell werden nochmal zwei Paletten nachgeschmissen und der Grill reaktiviert. Nächstes Ziel: Das Härtl-Bierfass leeren. Mit den letzten Kräften wird am Maßkrug genuckelt.

7:32 - Die Nachruhe wird eingeleitet. Vorher aber lässt es sich Herr Arendt nicht nehmen, spärlich bekleidet aus seinem Wohnwagen zu stolpern, und zu fragen, was denn los wäre.

12:00 - Der Wecker klingelt. Die Börsenkurse werden überprüft. Ein paar Deals werden abgewickelt. Danach versammelt man sich um die Feuerstelle und sieht alt aus.

Der Ort des Geschehens. Wer einmal dort war, will nie mehr hin. Emskirchen
Jürgen WipplingerMark WeissUlrich HenschkerStephan HauseltKatrin Henschker-Schäfer


Henschkers mit Hund und allem was des Mauerers Bierdurst unerträglich werden lässt.Herr Hauselt mit frisch erbeutetem Nadelholz.Beim Bankbau: Herr Hauselt mit der guten Flex.
Ulle, Bounty und der Grill.

Landschaftsbau
Zieldefinition: Der Verschlussbiergarten muss schöner werden.

Daher wird allerhand am Loch vorgefahren: Spitzhacke, Schaufel, Kelle, Schubkarre - für grobes Terrarforming und filligrane Planierungsarbeiten - Zement, Wasser, Sand - für erotisierenden Blümchenbewuchs - und die komplette mobile Edelstahlschlosserwerkstatt - für die endgültige Bank.

Beim Betrachten der Materialflut im Biergarten ist sofort klar: Diesmal wirds besonders gut. Hinter jedem Eimer Sand oder Zement liegt gut versteckt irgend ein verschwiesstes Grillgut und zittert seiner Verspeisung entgegen.

Zunächst wird der vor über einem Jahr von Herrn Weiss im Biergarten abgelagerte Abraumhaufen auf den blickdichten Schutzwall verbracht - unter den bekannten erschwerten Bedingungen mit 'Bierflasche in der Hand und Kippe im Maul'. Parallel dazu wird versucht, den Grill zur Mitarbeit zu bewegen.

Henschkers - Katrin, Ulrich mit jungem, aber doch erschreckend großem Hund - mauern derweil in Rekordzeit zahlreiche Gewächsbehausungen an den Fels - natürlich um den weiteren Verfall des Felsens zu verhindern. Und auch ein wenig zur Erbauung des zufällig vorbeischreitenden Wanderers. Denn hübsche Blümchen an Verschlusseinrichtungen werden generell gern gesehen. Fehlt noch ein Opferstock.

Der Hund entzieht sich immer und immer wieder den Anäherungsversuchen Herrn Wipplingers durch überhastete Flucht. Auch der Einsatz von unlauteren Lockmitteln - eingesetzt von Herrn Weiss - führen nicht zu Körperkontakt.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit wird endlich entschieden, wo die lange herbeigesehnte Bank platziert wird: Direkt im Bereich der durch potentiellen Steinschlag sehr spannend für den Sitzenden ist. Eine Minute später ist dann auch klar, wie die Bank im Terrain befestigt wird. Herr Hauselt gestaltet - unter Verwendung neuester Klebstoffe aus der Weltraumforschung - eine sichere Fixierung der deutschen Eiche am Fels.

Strahlend vor Glück wird dann noch eine freischwebende Rückenlehne erdacht - aber aufgrund fehlendem Materials nicht mehr gestaltet. Als letzter Gehirnfurz wird noch ein in die Bank integriertes Wurst-Schneide-Brett erdacht bevor endlich bei Whiskey, Zigarre und Grillgut das epochale Schinken-Käse-Brot von Frau Henschker verzehrt wird.

Jürgen WipplingerUlrich HenschkerMark Weiss

Hinter Bein: Herr Weiss. Fotografiert aus der Asphyxieblase.Die renovierte Lüftungsanlage. Mit Mensch in Höhlentarn.In der Blase: Schöner Handschuh in der Bildmitte. Die Ausdehnung der Blase wird sich nicht mehr lange mit nur einem Blitz ausleuchten lassen.
Stocherstelle in der Blase. Mit Höhlentarn-Pelibox.‚

Maulwurftaktik
Mittwoch Nacht: Die Herren Henschker und Weiss treffen sich am Loch, um zusammen mit Herrn Wipplinger - also zu dritt - in der Asphyxieblase für ein wenig Vortrieb zu sorgen und nebenbei die stark beschädigte Luftungsanlage wieder in einen brauchbaren Zustand zu versetzen.

Generell herrscht Konsens darüber, dass das absolute Minimum für weiteren konventionellen Vortrieb bei 7 Mann liegt. Daher der Plan, dem aktuen Menschenmaterialmangel damit zu begegnen, nun das Material nicht mehr aus dem selbst gegrabenen Bereich abzutransportieren, sondern stattdessen mit Umlagerung in diesem zu beginnen. Dem Maulwurf gleich.

Allerdings bescheren neue Krisen im gelobten Land Herrn Wipplinger eine um 3 Stunden verzögerte Anreise. Auf der verspäteten Fahrt ist genug Zeit, um sich in bunten Farben auszumalen, wie schön es wäre, wenn die anderen beiden Kasperaden sich schon bis zur Erschöpfung aufgearbeitet hätten, und nun schon bei der Grillphase angelangt seien. Eine sofortige Nahrungsaufnahme wäre möglich - der Schlaz könnte im Faß bleiben. Dort wo er hingehört.

Leider aber haben sich die Herren Weiss und Henschker dazu entschieden, die Grillphase vorzuziehen - und so ist beim Erscheinen des Wipplingers ausser ein paar noch lauwarem Restwürsten aus billigster Produktion kein Mensch mehr in der Verschlusseinrichtung zugegen, der seine Anwesenheit hätte bejubeln können.

Wenig später trifft man freudig an der Asphyxieblase aufeinander. Die Belüftungsanlage ist bereits wiederhergestellt - aber die beruhigenden Geräusche von bedienten Schaufeln und rasselnden Lungen war nicht zu hören.

Einen kurzen - aber heftigen - Anschiss später fliesst endlich der Schweiss. Und weitere zwei Stunden später erschallt der Ruf: 'Schicht! Mehr Platz ist nicht.'

Fazit: Grob ein halber Kubikmeter Dreck wurde bewegt. Die Blase ist noch grösser. Eine klare Richtung, in welche es in Zukunft weitergehen kann, is noch immer nicht erkennbar. Stattdessen gräbt man. Egal wohin.

Stephan HauseltJürgen WipplingerMark WeissUlrich HenschkerStefan Distler


Für Profis: Oben Rechts.Der Siphon. Fotografiert aus der Asphyxieblase. Schön mit Stiefel.Und hier nochmal der Stiefel in aller Pracht. Zusammen mit ausgegrabenen Steinlein. Und der Schaufel.

Genetische Disposition
Wikipedia: Eine genetische Disposition bezeichnet die aus der Struktur oder Zusammensetzung von Erbgut bestimmte außergewöhnliche Veranlagung eines Individuums, der Mitglieder einer Familie und insbesondere des CaveSeekers.

Die Natur ziert den Heimfelsen mit strahlender Blütenpracht und die Trauerweide am Blickschutzwall mit sprießenden Knospen, während die arbeitswillige Menge an freiwilligen Zwangs- und Lustarbeitern orientierungslos vor verschlossener Verschlusseinrichtung herumlungert.

Torwächter Wipplinger erscheint, und zur Steigerung der generellen Motivation offenbart er den Anwesenden, dass er heute nicht in der Lage sein wird, die Verschlusseinrichtung zu öffen: Schlüssel vergessen.

Es breitet sich Erleichterung bei allen Anwesenden aus. Endlich ein Sonntag ohne Dreck, Schweiss und Atemnot - aber auch ohne Ehre, ohne Fortschritt, ohne gegrilltes und ohne gerauchte Zigarren.

Notdienstleister Weiss erscheint nicht - wie üblich - zwei, drei oder vier Stunden zu spät am Loch, sondern nur eine, schließt die Tür auf, und nur wenige Minuten später vergisst er die neuen Eimer in der Verschlusseinrichtung und verschwindet im Loch. Einer nach dem anderen überwindet seinen Ekel, und klettert die Leiter hinab. Auch ein weiterer Langhaariger - Auszubildender bei Henneparts im 9ten oder 12ten Lehrjahr - locker bekleidet mit einer nagelneuen Ponchohose und einer mit einer 3C CR2032 Knopfzellenminibatterie bestromten LED Kopflampe kämpfte sich ins Loch.

Bereits nach dem Kohlenkeller hängt die Baywa-Hose in Fetzen, und die unsägliche Erotik nackter Männerhaut knistert durch die Rostnagelhöhle. Das ganze glücklicherweise nur sehr spärlich von der Kopflampe beleuchtet.

Durch viel gutes Zureden endlich an der Bachspalte angekommen, werden abermals über 69,7 Eimer Versandung aus der Asphyxiekammer verlagert, um das stets wachsende Volumen in Erwartung auf den bevorstehenden Durchstoß an weitere Höhlenteile anzukoppeln.

Hernach fallen fettester Schweinebauch, Würstel und Geflügelteile gegrillt ihrer Bestimmung zum Opfer - zusammen mit diversen Bierspezialitäten. Rege Fachsimplereien zum 'Früher war alles besser'-Thema entstehen aus der Synthese angesungener Soundtracks von 'Captain Future', 'Herrn Rossi', 'Gina Wild 1-6' und dem 'Gockel Konstantin'.

Um dem Tag noch unvergesslicher zu machen, wird das ewige Gemeckere um eine leidig zwickende Stahltür kurzerhand mit gezielten Hackenschlägen auf die Türbänder abgestellt - nur um festzustellen, dass auch das Türschloss nach Schmierstoff und Zuwendung schreit.

Ulrich HenschkerMark Weiss

Welche Art von Maus sucht der Künstler hiermit zu fangen? Die Falle hängt an der Decke, ist nicht gespannt und als Köder dient getrockneter Kot. Wo ist BUNK?

Verschlusspflege
Etwas ausgeschlafener als gewohnt trafen sich zwei kerngesunde ('Ich bin doch noch gar nicht tot!') Caveseekers zur Alternativmission 'Frühjahrsputz' vor der Rostnagelhöhle.

Die mitgeführten Werkzeugmassen hätten einer Pyramidenbaumannschaft ausgereicht um in wenigen Tagen das Deutsche Stadion zu vollenden - allerdings hatte sich eine solche Mannschaft nicht angesagt. Und war folgerichtig somit auch nicht vor Ort..

Der drei Punkte Plan:

  • Punkt 1: Zügig und fachgerecht wurde der ausgediente, Fensterstutzofen aus kommunistischer Produktion entfernt und zur Entsorgung verbracht.
  • Punkt 2: Eine von Henneparts angefertigte Sonderbauart, Typ 'Einkaufswagenscheisshausdeckelsitz' ergibt jetzt neue Möglichkeiten in der nun noch mehr optimierten Verschlusseinrichtung.
  • Punkt 3: Die abgehangene Decke erhielt Erweiterungen in Form von Holzstangen, bzw. minderlasttauglichen Besenstielen, um mäusesicher Kleidungsausrüstungen nach mediterraner Art Luftzutrocknen.
Regen, Sonnenschein, Hagel, Wind und weitere bisher noch nicht erlebte Wetterarten lösten sich gegenseitig ab und zeigten Übertage den nahenden April.

Fernbleibenderweise musste Ebola-Patient Wipplinger auf Grund seines maroden Gesundheitszustandes das Bettchen hüten. Diesem - und allen anderen Fernbleibern - werden sich durch fehlende Beweisbilder (Casio-Foto wieder defekt), wohl vor Neugier die Zehennägel hochrollen.

Höhlenangler und Henneparts in Arbeitsschürze gaben der Hütte neue Würze !

Apropos Würze: diverse Saucen für künftiges Grillgut sind nun wieder vorhanden.

Stephan HauseltJürgen WipplingerMark WeissUlrich HenschkerFlorian Keßler


Zerschundener Handschuh in der Ashpyxieblase.Detailansicht für den Geologen. Frage: Wer bezahlt eigentlich die Ausbildung von Geologen? Und warum?Traditioneller Blick zurück zum Schluf.
Die Decke in der Blase. Noch immer waagerecht. Nur jetzt grösser. Der Fels im Bild links bildet den Siphon. In alle weiteren Richtungen ist kein Ende zu wittern.Mann mit Verschmutzung im Ohr. Und mit Helm. Und mit irgendwie viel zu kurzen Fingern.

Asphyxieblase
'Der Dreck muss weg - Iteration 4/14' - die Helden der Unterwelt fanden sich gewohnheitsmäßig viele Stunden vor dem Aufwachen am Eingang zur großen Nagel ein, um wenig erbauliche Hinterlassenschaften der Natur und eines nahen Schweinestalls zu entfernen.

Und schon wieder zwei neue Menschen im Loch - und wieder niemand, den das Loch endgültig zerbrechen konnte: Petra und Florian vom fernen Dorf - qualifizierten sich als Helfer im Takte der knallenden Verbalpeitsche des Wipplingers, beim Verlagern von über 70 Eimern übelster Versandung für ein leises - aber durchaus ernst gemeintes - 'Danke' des Herren. Soetwas wird selten gehört.

Baggernetzbetreiber Dr. S. Hauselt - einige Stunden produktiv im Loch tätig - musste um 11:30 mit Gewalt aus dem Loch entfernt werden. Es galt Versauerungen zu vermeiden und anderswo zum anderswelchen Essen pünktlich vorstellig zu werden. Nicht leicht, wenn der Grabrausch brennt.

Pünktlich - wenn auch ca. 2 Stunden zu spät - löste Herr Weiss den ausgefallenen Herrn Hauselt zeitgleich ab.

Die bewährte Belüftungsanlage nahm durch fliegende Eimer in Form eines Schlauchleitungsrisses im Schluf erheblichen schaden. Ohne ausreichend Sprit im Tank veränderte dies jedoch die Sauerstoffarmut in der Asphyxieblase nicht einmal unwesentlich.

Merke:

  • Ohne Sprit - kein Strom - und somit keine Luft im Loch. Wiederkehrendes Fachpersonal aus dem Neuland sollte zukünftig Sprit nachfüllen.
  • Das Papierlüftungsrohr im Schluf muss durch Plastik ersetzt sein.
  • Der Starter der 9 Euro Leuchtstoffröhre muss ausgetauscht werden.
  • Eine Solaranlage muss her.

Kurz nach Abschluß des Leidens im Loch und ebenso kurz vor dem geselligen Teil in der anständig befeuerten Verschlusseinrichtung trat unangemeldet ein weiterer neuer Mensch aus dem ausserfränkischen Ausland auf, und sorgte mit Biermitbringseln in hoher Qualität für noch bessere Stimmung als es nach einem Neulandbruch von mehreren Zentimetern zu erwarten gewesen wäre.

Alles fürs Loch!

Stephan HauseltStefan DistlerJürgen WipplingerMichael HärtlUlrich Henschker
Florian Keßler

Lüftungsschlauch im Siphon.Tiefste Stelle. Mit Gummistiefel.Von der tiefsten Stelle in Richtung Ausgang.
Die Decke. Vollständig in der Waage. Zusammen mit Sediment.

Scheisshausbelüftung
Eine ohne besonders viele Tränen von der Gärtnerfraktion beschaffte Belüftungshilfe wurde erfolgreich im vor und im Siphon verbaut und ihre Alltagstauglichkeit - gegen jede Erwartung und zur allgemeinen Zufriedenheit - sehr zügig hergestellt. Es weht nun ein laues Lüftlein im Siphon.

Danach wurde mit sieben Mann versucht, das Projekt 'Grosse Nagel' wieder einige Millimeter weiter voranzutreiben. Die dabei erreichte Performanz lässt sich schön anhand einer kurzen Szene aus dem Loch beschreiben:

  • Wipplinger - von vor der Bachspalte: "Hauselt! Frag' das faule Pack mal, warum da nix vorwärts geht!"
  • Hauselt vor dem Schluf zum Siphon - leitet die Frage ein wenig entschärft weiter: "Wenn euch schwindelig wird, oder ihr Kopfschmerzen bekommt, dann dürft ihr rauskommen."
  • Distler im Siphon: "Nein, nein, alles in Ordnung. Vortrieb!"
  • Henschker im Siphon: "Alles OK. Aber ich werd' langsam a bisserl geil."

Während das noch ungestählte Fleisch der Greenhörner im Siphon unter kompetenter Anleitung des frühaufstehenden Alt-Gärtners anständig geschunden wurde, konnten einige weitere Kubikdezimeter der hartnäckigen Verstopfung entfernt werden. Diesmal auch mit Seil und Rolle.

Ein plötzlicher Ausfall der Stromversorgung wurde von der Kameradschaft an vorderster Front im Siphon dazu genutzt, eine Kerze anzufordern, und mit deren Hilfe den Sauerstoffgehalt im Siphon zu überprüfen. Unfassbar. Es weiss doch jeder, dass der Tod durch CO2 Vergiftung einer der schönsten überhaupt ist.

Ebenso plötzlich entglitt Herrn Wipplinger die Führungsgewalt, und einer nach dem anderen machte sich leise Fluchend auf den Weg zum Ausgang. Solchermaßen im Loch zurückgelassen, wurde die Chance genutzt, um den Gärtnern für die nächste Grabung mal so richtig in den Siphon zu scheissen.

Stephan HauseltEvi HehenbergerStefan DistlerThomas WarnickJürgen Wipplinger
Michael HärtlUlrich HenschkerMark WeissFlorian Keßler

Situation am Hüttenvorplatz: Beengt.Schlimme Seitenansicht: Siphon.

Sauerstoffarmut
An einem weiteren Sonntag, den der Herr für seine CaveSeekers hat werden lassen, wurden mittels labilen Eimern und genügend Helferschaft gefühlte 1.2 Tonnen feuchter Dreck aus dem Siphon zur großen Nagel um wenige Meter H-verlagert. Wieder einmal konnten sich die neu zum Loch zitierten Kameraden nochmals - bzw. erstmals - beweisen und in die bunte - aber streng nach Bauchumfang organisierte - Gemeinschaft einfügen.

Es waren zwölf Gesichter vor Ort. Acht davon gleichzeitig am Sandsiphon - um eine bisher noch nicht dagewesene Eimerkette zu bilden.

Ergebnis der Sauerstoffarmut: Der Siphon scheint nun überwunden zu sein. Hinter diesem erblickt das Auge eine völlig glatte, waagerechte Decke. Hier kann und muss noch gewaltig gegraben werden.

Es wurde vermutet, es handele sich um eine Sinterplatte, über der die große Nagel rauscht.

Die kleine Blase vor dem Siphon ist inzwischen gross genug, um vier ausgewachsene Gestalten aufzunehmen. Allerdings ist dann davon auszugehen, dass alle vier umgehend versterben. Denn der Schluf zur Blase lässt nicht genug Luft für vier durch. Egal. Alles fürs Loch.