Missionsbeschreibung -

Versunkenes Reis

ÖFFENTLICH
Höhle: Link zur Hohlraum-Hauptseite Versunkenes Reis
Mission: 356 - Aufsteigende Nudel
Datum: [Mittwoch]
Zeitrahmen: 15:20-23:10 [18:02-20:31]
Nettozeit: 2:29 Stunden
Prozentsatz: 98%
Mobil: PesahlMobil
Mannschaft: Jochen PesahlDaniel Bohrer
Besprechung:

Versunkenes Reis - Vermodernder BaumstumpfZunächst besah man eine riesige Doline in der Nähe von , eine Wanderkarte wies dort ein "Wetterloch" aus, was die Vermutung einer Höhle weckte. Wegen der feuchten Witterung verweilte man allerdings nicht allzu lange im Unterholz und vermutete die von Windbruch gezeichnete Doline an sich würde als Wetterloch bezeichnet, zumal auf der Karte kein Höhlensymbol eingetragen war, was sich später jedoch als Irrtum herausstelle. Sehr ärgerlich, man war quasi fast schon vor dem Eingang des Lochs gestanden.

Versunkenes Reis - Zugang zur unteren HalleNach der erfolglosen Suche wagte man sich mitten in den tiefsten Urwald in die Nähe von , um dort nach dem eigentlichen Missionsziel Ausschau zu halten. Zuerst begab man sich allerdings mithilfe GPS nochmals auf die Suche nach 3 Dolinen. Die Koordinaten führten wider Erwarten in extremes Dickicht, was bei der höchst feuchten Witterung äußerst unangenem war. Eine Doline konnte wenigstens kurzfristig gefunden und begutachtet werden, danach begab man sich völlig durchnässt wieder zurück zum Auto. Nun wollte man endlich die Aufsteigende Nudel suchen. Die Koordinaten der topografischen Karte erwiesen sich jedoch leider als komplett falsch, da ein Waldstück hier verwirrenderweise auch den Namen der Höhle trägt. So kam es, dass man fast 1,5 Stunden durch übelstes Unterholz mit Schlaz, Seilzeug und Fotokoffer in völliger Dunkelheit umherkrauderte. Verzweifelt rief man Herrn Härtl an, der Gott sei Dank die richige Position des Lochs erklären konnte und die Junghöfos ohne Umwege direkt zum Zulaufgraben der entsprechenden Eingangsdoline führte.

Versunkenes Reis - Hin und wieder etwas SinterBeim Eingangsgraben des Lochs angekommen wurde jeglicher Überlebensinstinkt über Bord geworfen, und schon begab man sich an einem Seil, halb gehend, halb rutschend in den Schlund der Erde. Nachdem der abschüssige Eingang überwunden war, wiegte man sich schon in Sicherheit, doch es sollte noch schlimmer kommen: Die Höhle selbst war noch rutschiger als der Einstieg. Tapfer kämpfte man sich durch den Lehm, vorbei an Dachpappe, verrostetem Maschendrahtzaun und massenhaft Tierexkrementen immer tiefer in die Gedärme des Waldbodens. Man glitt die riesige Rutschbahn hinunter und am Ende des verbrochenen Teils der Höhle angekommen, (mit ca 5kg Lehm und Tierkot als unfreiwilliges Gepäck) drückte man sich durch eine nicht wirklich enge Engstelle, um im schönsten und angenehm stabilen Teil der Höhle anzukommen. Eine Fledermaus leistete den Kriechern willkommene Gesellschaft. Dieser Teil wurde in Berichten eines fränkischen Höhlenvereins als kürzlich entdecktes Neuland ausgewiesen, enttäuscht stellte man fest dass die Halle laut Kritzeleien an der Wand zwar nicht häufig, aber immerhin seit 1956 besucht wird. Ein letzter Eintrag an der Wand stammt aus dem Jahr 2000 von einem Herrn Spangler.

Versunkenes Reis - Typisches Bild in der HöhleHerr Pesahl begab sich todesmutig in einen nach oben führenden Schlot, leider ohne Ergebnis. Während er den Hohlraum in gewohnter Manier ablichtete, begab sich Herr Bohrer auf die Suche nach weiteren Fortsetzungen. Jedes kleinste Loch wurde überprüft und durchschluft, allerdings ohne wirklich spannende Dinge zu finden. Abgesehen von einem kleinen Knochenlager in einem Seitenteil. Man drückte sich durch eine extrem enge Spalte, nur um dann wieder im Hauptraum zu landen. Auf der Jagt nach geeigneten Motiven in dem trostlosen Loch vergaß Herr Pesahl den überall herumliegenden Tierkot und rutschte somit unterwegs gleich durch zwei ekelhafte Scheißhaufen.

Versunkenes Reis - Oberes Ende der Rutschbahn, links mit gefährlich herausragendem DrahtgitterNachdem Herr Pesahl genügend Motive zusammen hatte, begab man sich wieder auf den Rückweg, was sich als schwieriger als gedacht herausstellte. Eine Berührung der Decke im oberen Teil löste eine denkwürdige Steinlawine aus, die laut polternd die Rutschbahn hinunterrollte. Außerdem verlangte der steile, mit Draht gespickte, lehmige Untergrund den Befahrern einiges ab, und letztendlich war man froh, wieder ebenen Waldboden unter den Füßen zu spüren.

Anschließend wurde noch in Kallmünz bei sehr guter Pizza und süffigem Bier über das Erlebte reflektiert. Eine anschließende Osterlochbefahrung wurde aufgrund der vorgerückten Stunde auf ein anderes Mal verschoben und das nur, weil manche Bedienungen es einfach nicht kapieren, wenn man zahlen will, was sicher nicht an einer etwaigen Überfüllung des Lokals lag. Somit war es ein durchaus lustiger und interessanter Ausflug rund um Regensburg, auch wenn das Loch, wie vermutet, eine totale Katastrophe war.

Erzeuger: Autor: Daniel BohrerBilder: Jochen PesahlBildassistenz: Daniel Bohrer 29.01.2012 - 23:32:20
Bilder: Versunkenes Reis - Verbruchblöcke im EingangsbereichVersunkenes Reis - Kurz nach dem EingangVersunkenes Reis - Oberes Ende der Rutschbahn, links mit gefährlich herausragendem DrahtgitterVersunkenes Reis - Herr Bohrer in der RutschbahnVersunkenes Reis - Alter Suppentopf zwischen den SteinenVersunkenes Reis - Großer KnochenVersunkenes Reis - Vermodernder BaumstumpfVersunkenes Reis - Wurzel aus der Decke mit WassertropfenVersunkenes Reis - Typisches Bild in der HöhleVersunkenes Reis - Unteres Ende der RutschbahnVersunkenes Reis - Zugang zur unteren HalleVersunkenes Reis - Wäre der Längste seiner Art im Loch gewesen, leider abgebrochenVersunkenes Reis - SinteransatzVersunkenes Reis - Unspektäkuläres SintergebildeVersunkenes Reis - Hin und wieder etwas SinterVersunkenes Reis - Spektakulär: Weißer Höhlenpilz wächst aus Tannenzapfen
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