Missionsbeschreibung -

Grotta Nemec

ÖFFENTLICH
Höhle: Link zur Hohlraum-Hauptseite Grotta Nemec
Mission: 435 - Verwesungszellen
Datum: [Montag]
Zeitrahmen: 15:30-20:00 [15:53-19:35]
Nettozeit: 3:42 Stunden
Prozentsatz: 100%
Mobil: Caddy
Mannschaft: Jürgen WipplingerOliver WolframFlorian Seeleitner
Auszeichnungen:
Besprechung:

Grotta Nemec - Am Ende. Fotografierkaspar Wipplinger hockt da, wo keiner hin will. Fe4 ist nicht zu sehen, und Herr Wolfram brilliert in der der Bildmitte.Nach erfolgreicher totaler Relaxation am weitgehend uninteressanten Meer - abgesehen von einem kurzen Kampf mit einem Riesenscherenkrebs - wartete der Kroate mit einem erstaunlich niedrigen Preis für 7x Duschen und drei Übernachtungen auf. Überraschend.

Die Fahrt zurück nach Italien führte dann zur Verwunderung vieler wieder durch Slowenien. Grenzübertritt um 12:30 Uhr bei viel zu lautem ABBA und zu leisem Airbourne. Gegen 16:00 Uhr fand man sich am Loch wieder. Es hatte sich zwischenzeitlich nichts verändert. Bemerkenswert: Der Italiener scheint um diese Zeit bereits jegliche Aktivität außerhalb des Schlafzimmers eingestellt zu haben. Nur ein rüstiger Mann im Rollator kreuzte unseren Weg.

Grotta NemecDie Abseilstrecke am Locheingang - von mit etwa 20m taxiert - erwies sich eher als ein Höllenschlund mit einer Tiefe von sagenhaften 30 Metern. Dreimal am Schachtgrund kurz weggenickt - und schon stand auch Fe4 schnaufend am Boden.

Blitzartig bemerkt der CaveSeeker: Es handelt sich um eine Art Schauhöhle. Vom Schachtgrund führt eindeutig ein Weg in die Tiefe. Allerdings endet dieser Weg nach ca. 20 Höhenmetern an einer ohne Seil nur schwierig zu nehmenden Stelle. Mit entzündetem Auge wurde festgestellt, dass hier selbst für den versierten CaveSeeker ein weiteres 15m Seil sinnbringend zum Einsatz hätte kommen können.

Grotta Nemec - Wunderbarer, frischer Sinter. sei Dank war aber keines am Start. In ärgster Bedrängnis besinnt sich der CaveSeeker häufig auf das, was er immer am Mann mit sich trägt: die Pelibox und die dazugehörige Bandschlinge. Schnell die Bandschlinge um einen Tropfstein gelegt - und schon nimmt auch Fe4 nach einer eher unüblich kurzen Zeitspanne ohne größere Probleme - aber dennoch unter weinerlichem Stöhnen und angetrieben vom freundlichen Zureden des Herrn Wipplingers im Stile von "Hopp etz, du Lahmarsch" oder "wenn ich sag' runter, dann kommst du runter." - die einzige Komplikation im Loch.

Kurzfristig wurde die Umbenennung von " CaveSeekers " in " Arschlöcher " in Erwägung gezogen.

Grotta NemecHier traf die zarte Nase bereits zum ersten Mal auf schlimmen Verwesungsgeruch. Dieser Verwesungsgeruch sollte uns für den Rest der Mission begleiten. In unregelmäßigen Abständen stank es im Loch. Und zwar penetrant - bis zum Brechreiz. Vermutungen, Fe4 wäre am Verwesen, stellten sich als unhaltbar heraus. Von einem Meter zum anderen findet man sich in einer Wolke aus aktiver Verwesung. Zwei Meter weiter nichts mehr. Weitere fünf Meter weiter dann wieder dasselbe. Unglaublich aber wahr. Bis in die hintersten Bereiche. Vermutlich hat der Italiener hier in unregelmäßigen Abständen tote Hühner vergraben, um unliebsame Slowenen fernzuhalten. Man weiß es nicht.

So wandte man sich nach rechts. Ein sehr großer Gang. Immer weiter bergab. Und dann noch weiter. Die Doline am dann doch irgendwann erreichten tiefsten Punkt wurde geschickt überwunden. Dann noch mehr Sinter hier - und noch viel mehr Sinter da. Aber nichts besonderes - außer dem Gestank. Dann: Eine Schräge, welche mit zwei Seilen versehen ist. Alle drei Mann gehen hoch, nicht mal einer seilt sich auf. Erstaunlich.

Grotta NemecOben dann noch ein paar eher große Tropfsteine und zum Abschluss eine nicht ganz so schräge Schräge, welche natürlich erklommen wurde - nur um festzustellen, dass hier Schicht vorherrscht.

Einer alten Tradition folgend begann nun der blitzende Rückzug. Dennoch: überall schlimmer Gestank.

Wieder an der Eingangskomplikationsstelle angekommen, wurde - nachdem sich ausgiebig über den Gestank ausgetauscht worden war - nach links geschritten. Ähnliche Situation auch hier: groß, halbtot, stinkend.

Dann am Ende aber doch teilweise sehr lebendiger und durchaus schöner Sinter. Aber - aufgrund seiner Dimensionen - nur schwer fotografierbar.

Grotta NemecNach erfolgtem Ausstieg um 19:35 Uhr wurde zum vierten und letzten Mal die Umgebung des Lochs stark schwitzend im Kasperkostüm überwunden. Vereinzelte Kontakte mit Einheimischen verliefen gewaltfrei.

Um 20:30 Uhr wurden dann auch schon wieder die Zelte tief im slowenischen Karst aufgebaut. Glücklicherweise dann auch ein - in dem dann unbeabsichtigt ein Skorpion sein gestacheltes Leben aushauchte. Wir waren traurig.

Erzeuger: Autor: Jürgen WipplingerBilder: Jürgen WipplingerBildassistenz: Oliver WolframBildassistenz: Florian Seeleitner 29.01.2012 - 23:32:17
Speläotheme: Disque [ ]
Knöpfchensinter [ ]
Excentrique [ ]
Lebensformen: Mensch [ ]
Bilder: Grotta Nemec - Wunderbarer, frischer Sinter.Grotta NemecGrotta NemecGrotta NemecGrotta NemecGrotta Nemec - Schön, dass man den Geruch am Bild nicht sehen kann.Grotta Nemec - Am Ende. Fotografierkaspar Wipplinger hockt da, wo keiner hin will. Fe4 ist nicht zu sehen, und Herr Wolfram brilliert in der der Bildmitte.Grotta NemecGrotta Nemec - Alles eher groß.Grotta NemecGrotta NemecGrotta NemecGrotta Nemec - Der Autor war bis zu diesem Zeitpunkt der Meinung, Disques gäbe es nur in der Ardeche. Falsch. Zwar ist dieser hier ziemlich schräg - aber eindeutig vorhanden.Grotta Nemec - Manches aber auch klein.Grotta NemecGrotta Nemec - An der Decke können Excentriques entdeckt werden. Nichts besonderes zwar, aber immerhin.
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