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Zu viert eingefahren, zu sechts ausgefahren - das aber extrem professionell und kameradschaftlich
jeder für sich und das in gebührendem Abstand zueinander.
Die Mittelfranken befanden sich bereits geraume Zeit im Hohlraum, als Herrn Maccioni,
wie so oft, allgemeines Unwohlsein beschlich, und er das Weite suchte. Darum wurde
die Tropfsteinkammer nur zu dritt befahren. Als man von der Tropfsteinkammer zurückkam,
war zunächst die Freude groß, die Fraktion Oberbayern anzutreffen, welche allerdings
beleidigt war, weil zwar sie es war, welche ohne weitere Seile angereist war, allerdings
natürlich die Anderen daran Schuld waren. Typisch Kindergarten. Hauptsache war allerdings,
dass nun das Abseilen in die ganz große Halle wohl verschoben werden musste.
Was Herr Konopac daraufhin erleben musste: Trotz bestehender Bedenken - "Kameraden,
mit großer Bestürzung und enormer Hoffnung nehme ich die genaue Beschreibung zur
Hohlraumfindung zur Kenntnis. Unter Nichtbeachtung der allhin bekannten Erfolgsquote
vertraue ich entgegen allen
Erfahrungen darauf, daß es Euch möglich ist das Loch zu lokalisieren."
- konnten die Herren Fitzner und Konopac den Todesburger Schacht auffinden. Ein Mitglied
einer zweiten sich im Hohlraum befindlichen Gruppe, ein gelehrter Kenner der Abstiegstechniken,
hielt Herrn Konopac, während Herr Fitzner sich draußen noch Zeit ließ, einen ausführlichen
Vortrag über eben sein Fachgebiet, jedoch speziell über die absolute Untauglichkeit
von Abseilachtern im Höhleneinsatz. Im Verlauf dieses mehrminütigen Monologes über
zwingende Todesgefahren wurde die Stimme zunehmend ernster, und gipfelte in der unmißverständlichen
Aufforderung Herr Konopac müßte im Interesse seiner Sicherheit unverzüglich den Schacht
verlassen. Der Vortrag berührte auch so sensible und spannende
Themen, wie vollstes Verständnis für Hohlraumverschluß, Verdreckung durch Karbit
und Höhlenrambos (vermutlich alle anderen Höhlengänger unter Ausschluß des Referenten,
Anm. des Autors). Dann das Unfassbare: Als Joachim, ein Kamerad des VHM, und temporäres
Mitglied der gegnerischen Gruppe, aus dem Schacht hervorkroch und Herrn Konopac mit
den Worten "Grüß Dich Roland" begrüßte, entspannte sich die Stimmung schlagartig.
Nach den Worten "Aaachhh, Ihr kennt Euch..." und einem am Höhlenboden schleifenden
Unterkiefer wogen die aufgefahrenen Argumente nur noch weniger schwer und Herr Konopac
durfte zu den bereits tiefer im Hohlraum weilenden Mitkriechern abfahren.
Unten angekommen entschied er sich jedoch ohne Grund dafür, sofort wieder auszufahren,
und sich der Todsburger Höhle zuzuwenden. Erst danach wurde klar, dass Herr Maccioni
von den Wundern der Höhle fabulierte, um nicht alleine Aufsteigen zu müssen.
Weiter untem im Loch entspannte sich die Stimmung zusehends, als versucht wurde,
aus dem Kameradenschacht in die untere Halle abzufahren - was allerdings trotz zusammengebundenen
Restseilen - nicht gelang - zwar fast, aber nicht ganz.
Wider Erwarten war die Gesamtstimmung bei der Missionsnachbesprechung im Eseleck
sehr entspannt - was wohl auch am Alkohol und am lustigen Dialekt der Eingeborenen
lag...
Zu guter letzt glänzte Herr Maccioni noch zweimal, als er die Ausrüstung von Herrn
Wolfram ins falsche Fahrzeug schmiss, und diese daraufhin in Ingolstadt statt in
Schwarzenbruck landete und als er volle 20 Minuten auf einem Autobahnrastplatz im
Regen stand, und nicht in der Lage war seine Blase zu entleeren.
Fazit: Ein zweiter Besuch dieses Schachts ist zwingend
von Nöten - dann allerdings mit passenden Seilen.
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