Missionsbeschreibung -

Obstanser Tropfsteinhöhle

ÖFFENTLICH
Höhle: Link zur Hohlraum-Hauptseite Obstanser Tropfsteinhöhle
Mission: 449 - Zerbrochene Speläotheme
Datum: [Freitag]
Zeitrahmen: 9:32-11:35 [10:03-11:35]
Nettozeit: 1:32 Stunden
Prozentsatz: 100%
Mobil: Audi
Mannschaft: Jürgen WipplingerFlorian Seeleitner
Besprechung:

Obstanser Tropfsteinhöhle - Ein Berg.Der Aufstieg am Vortag war geprägt durch zwei, sich jeweils an einem Fuß der korpulentesten Person der Gruppe befindlichen, großflächigen Blasen. Erstmals wurden diese nach ca. 15% des Aufstiegs entdeckt, aber ignoriert. Nach weiteren 20% des Aufstiegs waren dann zwei 3x5cm große, vollständig hautfreie Stellen an den Fersen zu bejammern. Glücklicherweise hat der erfahrene Alpinist zahlreiche 'Compeed' Blasenpflaster am Start - deren Existenz dem Blasenträger bis Dato völlig unbekannt war - und deren Hilfe zunächst nur stark zweifelnd angenommen wurde. Jetzt aber steht auch für Herrn Wipplinger fest: Compeed Blasenpflastermüssen mit!

Obstanser Tropfsteinhöhle

Obstanser TropfsteinhöhleAm Abend vor der geplanten Befahrung wurden die letzten Sonnenstrahlen - von den Teilen der Mannschaft mit intaktem Gehwerk - genutzt, um den Höhleneingang zu finden. Da man sich zwar eine gute Zugangsbeschreibung ausgedruckt hatte, diese dann aber zur Sicherheit im Auto hat liegen lassen, wurde das Hüttenpersonal zunächst um Rat gefragt. Mit einer ungefähren Richtung und Entfernung im Hinterkopf brachen die Kameraden Seeleitner und P. auf, fügten aus ihren blassen Erinnerungen des Textes weitere Informationen hinzu - und fanden nichts . Immerhin konnte die Bullö-Doline kurz besichtigt werden, bevor man sich dann einige Höhenmeter tiefer zum Rückweg entschloss. In einem Geistesblitz erinnerte sich Herr Seeleitner plötzlich an die Ausrichtung des Höhleneingangs, immerhin konnten so die potenziellen Stellen auf wenige Felswände reduziert werden. Diese wurden wenig systematisch, aber trotzdem erfolgreich abgesucht und so konnte Herrn Wipplinger bei einem Bier und rotem Wasser Vollzug gemeldet werden.

Obstanser TropfsteinhöhleDie folgende Nacht war von einigen Gegensätzen geprägt: zunächst war man müde, da es Nacht war - andererseits verhinderte ein ohrenbetäubendes Schnarchkonzert eines Fremden das Einschlafen. Zusätzlich war man vom Aufstieg müde, aber die Höhe machte sich bemerkbar und verhinderte wiederum geruhsamen Schlaf. Dank Ohropaxkonnten die körperlichen Bedürfnisse irgendwann die Oberhand gewinnen - und man schlief. Sehr lang. Zu lang. Alle Hüttengäste waren schon weg, das Hüttenpersonal putzte schon die Zimmer, als man zeitgleich überrascht vom Tageslicht erwachte und sich aufrappeln musste.

Obstanser TropfsteinhöhleGestärkt mit ein paar Riegeln, Keksen und Wasser wurde der Abmarsch vorbereitet. Eine im Schlaz vorgetragene Bitte an vom Hüttenpersonal zwecks Alarmzeit wurde mit einem überraschten "Un wos soll i dann mochn?" gekontert. Latente Angst ob unserer Fähigkeiten wurde sichtbar - wie unerfahren müssen wir sein, dass wir eine solche Bitte äußern? Dabei es ist eben genau nicht der blutige Anfänger, der sich um eine Alarmzeit kümmert, sondern der Profi.

Obstanser TropfsteinhöhleHochmotiviert, stieg man bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und orkanartigem Sturm am Bullö Kamm entlang - den Löchern entgegen. Der "Griff" der - als behelfsmäßiger Schleifsack Verwendung findenden Karst adt-Tüte - wurde ob des Windes immer weiter, aber schließlich erreichte man den Eingang der Obstanser Tropfsteinhöhle und konnte sich in ihr vor einsetzendem Hagel in Sicherheit bringen.

Obstanser TropfsteinhöhleIm Loch waren die Gesichter zunächst lang. Stellenweise sogar länger als die Nasen. Keinerlei Sinter am Start. Dafür scharfkantige und kleinräumige Einheitsalpenkost. An der ersten kleinen Problemstelle konnte Herr Wipplinger - bedingt durch Herrn Seeleitner - mit einem beherzten Sprung ins Dunkel einen 10 minütigen Vorsprung im Loch herausarbeiten. Dieser wurde genutzt, um jedes noch so uninteressante Steinchen zu fotografieren - schließlich lag die Vermutung nahe, dass im Loch nichts weiter vorzufinden sei. Schließlich hatte man sich im Vorfeld im Internet informiert und nur ein sehr schlimmes Bild von sehr windigen "Tropfsteinen" entdeckt. Dem Namen des Lochs zum Trotz.

Obstanser TropfsteinhöhleNach einigen intimen Momenten - Fotograf und Blitzschlampen kamen sich aufgrund beengter Verhältnisse im Loch unfreiwillig körperlich sehr nahe - folgten noch einige bange Minuten in höchster Not (Wipplinger keuchend und unsicher an der Wand balancierend, Seeleitner und P. keuchend aber sicher am Boden), bevor der Rückweg eingeschlagen wurde. Glücklicherweise wurde auf dem Rückweg die Umgehung "entdeckt", die dann tatsächlich die angepriesenen "Speläotheme" des Lochs enthält: einige Excentrics, ein Sinterbecken, Sinterfahnen, ordinäre Tropfsteine und sogar ein paar Makkaronis. Hurra!

Voller Freude wurden diese abgelichtet. Viele Minuten lang. Und vorsichtig, die Worte im Kopf: "Ich kenn alle Tropfsteine. Wehe, da ist später einer abgebrochen". Schmunzelnd wurde fotografiert und bald waren genug Bilder im Kasten - der Punkt war gerettet.

Der Ausstieg war schnell geschehen. Der Hagel hatte sich verzogen, der schneidende Wind begrüßte uns. Sofort wurde der tief unten liegende Pfad zur Obstanser Eishöhle anvisiert und ohne Rücksicht auf Verluste steil bergab gehumpelt, gerutscht und geflucht. Schlimmer aber noch war das, was am Ende in der Hütte vorgefunden werden musste:

Obstanser Tropfsteinhöhle - Die Unterhose. Erotik am Berg. Mit entzündeten Augen musste noch ein weiteres Exemplar an einem Fenster hängend erblickt werden. Der Fotoapperat fiel vor Schreck aus der Hand.

Fazit: Wie so oft: Wer zufällig vor Ort ist, kann sich selbst oder einen kurzen Blick ins Loch werfen - er muss aber nicht.

Erzeuger: Organisation: Florian SeeleitnerText: Jürgen WipplingerText: Florian SeeleitnerBilder: Jürgen WipplingerBildassistenz: Florian SeeleitnerAnfahrt: Florian SeeleitnerAnfahrt: Jürgen Wipplinger 29.01.2012 - 23:32:17
Speläotheme: Sinterfahne [ ]
Excentrique [ ]
Sinterbecken [ ]
Bilder: Obstanser Tropfsteinhöhle - Das Endstück. Dorthin gerät man, wenn man direkt und ohne abzubiegen ins Loch stürmt.Obstanser Tropfsteinhöhle - Nochmal das Endstück.Obstanser Tropfsteinhöhle - Blick vom Ende zurück. Am Boden mag ein wenig Wasser erkannt werden. Dort ist der Obstanser Tropfsteinhöhle - Über der Pfütze.Obstanser Tropfsteinhöhle - Die Pfütze - oder der Hauptraum.Obstanser Tropfsteinhöhle - Krass verbacken.Obstanser TropfsteinhöhleObstanser TropfsteinhöhleObstanser TropfsteinhöhleObstanser TropfsteinhöhleObstanser TropfsteinhöhleObstanser Tropfsteinhöhle - Blick vom Hauptraum in Richtung Ausgang.Obstanser Tropfsteinhöhle - Auch schön.Obstanser TropfsteinhöhleObstanser TropfsteinhöhleObstanser TropfsteinhöhleObstanser TropfsteinhöhleObstanser TropfsteinhöhleObstanser TropfsteinhöhleObstanser TropfsteinhöhleObstanser TropfsteinhöhleObstanser TropfsteinhöhleObstanser TropfsteinhöhleObstanser TropfsteinhöhleObstanser TropfsteinhöhleObstanser TropfsteinhöhleObstanser TropfsteinhöhleObstanser TropfsteinhöhleObstanser TropfsteinhöhleObstanser TropfsteinhöhleObstanser TropfsteinhöhleObstanser Tropfsteinhöhle
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