Weil Kamerad Müller von seinem Arbeitgeber dazu genötigt wurde eine staatliche Einrichtung
des Bundeslands Baden Württemberg mit den neuesten Errungenschaften der EDV auszustatten,
bot sich am Abend die Gelegenheit einen Abstecher zum nahe gelegenen Mordloch zu
machen.
Im vollen Bewusstsein, dass man absolut unterausgerüstet ist und in der Erwartung
sich nur mal den Eingang anzusehen, wurde das Ziel in alle vorhandenen Navigationssysteme
eingegeben und auch nach einer guten Stunde Fahrt erreicht. Dabei fiel sofort die
gut ausgebaute Umgebung auf: Höhlennotrufsäule, Bach mit Schlazreinigungsstelle,
Parkplatz direkt am Eingang und ein gut lesbarer Höhlenplan.
Beim telefonischen Abmelden fiel jedoch sofort ein kleines Manko dieser Höhle auf:
Es gibt keinen Mobiltelefonempfang vor dem Loch und auf dem ganzen Parkplatz. Mobilfunksensible
Esoteriker können diesen Nachteil auch gerne bei den Vorteilen einbuchen.
Da klar war, dass es wirklich nass wird und da man kein Neopren zur Hand hatte, wurde
kurzerhand auf den Unterschlaz oder ähnliches verzichtet und nur hastig Helm und
Schlaz übergestülpt. So dem sicheren Tode ausgeliefert waren die ersten paar Meter
erstaunlich trocken und konnten somit sogar digital dokumentiert werden. Es bleibt
zu erwähnen, dass ungewöhlich viel Getier in Form von 5-Markstück grossen Spinnen
vorhanden war.
An der Stelle wo die Gummistiefel und Hosen sich langsam füllten konnte man schon
das Potential dieser Höhle in Form eines laut donnernden Wasserfalls(?) hören. Nach
ca. 15 Minuten im kalten Wasser war plötzlich ein Motivationstiefpunkt erreicht und
es wurde zum Höhlenmobil zurückgekehrt. Schnell wurde noch der nahe gelegene Bach
mit im Schlaz mitgeführten fränkischem Lehm verunreinigt und dann der geordnete Rückzug
angeordnet. Auf das obligatorische Schnitzel in der nahegelegenen Gaststätte wurde
aus Ranzengründen verzichtet.
Fazit: Ein geglückter Feierabendquickie für den angehenden CaveSeeker.