| Besprechung: |
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Nachdem sich Herr Wipplinger und Herr Schmidt an der Behausung der Familie Fitzner eingefunden hatten
und eine kurze Lagebesprechnung mit Kaffee erfolgt war, konnte es dann auch endlich los gehen. Doch unser
Weg sollte uns nicht direkt zur Brunnecker Höhle führen. Nein, das Nahziel hieß zunächst "Speleothek" in
München, wo wir Herrn Weinreich aufsammelten und unsere Höhlenausrüstung mal wieder um ein paar Teile
erweiterten. Nachdem mit Herrn Konopac dann auch der letzte Mit-Kompatant abgeholt wurde, hätte es ja
jetzt aber endlich los gehen können.
Aber weit gefehlt! Eigentlich sollte nur noch 'kurz' vorher etwas gefuttert werden, doch nachdem Herr Weichreich
plötzlich vor einem recht nobel aussehende Gasthof stoppte, waren die letzten Bemühungen die Höhle möglichst schnell
zu erreichen gescheiert. Nach einer Fressorgie die nach Nachahmung verlangt
machten wir uns mit prallem Ranzen endlich zum eigentlichen Zielobjekt auf. Kurz nach der deutsch-österreichischen
Grenze jedoch, bei deren Überquerung uns die Schluchtenscheisser den Beitrag zur Aufrechterhaltung ihres
Verkehrswesens abknüpften, begann es kräftig zu stürmen und auf der Straße bildeten sich beachtliche Verwehungen.
Der von einigen Kameraden so sehr gefürchtete Föhn setzte ein!
Kurz vor elf an der Höhle angekommen, veranlassten uns die aufgrund des Sturmes kälter empfundenen
Temperaturen dazu, ziemlich zügig alles für den Einsatz vorzubereiten. Als Ziel wurde der Riesenschlund
ins Visier genommen.
Am Höhleneingang angekommen wurde auf Wunsch einiger Kameraden trotz Stufen unglaubliche
3 Meter 'abgeseilt'. An einigen mächtigen vertraulich link vorbei, schluften wir uns dann die ersten Meter in der
Höhle warm, bis eine sportiv-enge Rutsche erreicht wurde, an der man sich insgeheim schon wieder über
die Machbarkeit des Rückweges den Kopf zerbrach.
Bis zur ersten Halle waren die Gänge in erster Linie horizontale Risse. Nach einer guten halben
Stunde des unkontrollierten Fluchens dort angekommen, ließ die Höhle durch einen Wasserfall und einen
kleinen See - der Pflichtbewußt sogleich als Pinkelgrube missbraucht wurde - ihren eigentlichen Charakter
erahnen.
Mit angelegten Gurten wurde der 20m hohe Wasserfall über alte, verrostete und mit brüchigen Seilen
verknoteten Leitern und klettersteig-ähnlichen Wandquerungen rechtsumfassend erklommen.
Von hier ab gab der manchmal recht wilde und stellenweise hüfthohe Bachlauf den Weg vor.
Das nächste Zwischenziel – der Hanissiphon – wurde nach einigen Abseilstellen und leichten Kletterpassagen
erreicht. Jetzt setzten die ersten Diskussionen zum Thema Föhn und vertraulich link ein.
Nachdem der Siphon zu durchschwimmen war und zwischen Wasserspiegel und Höhlendecke noch ca. 30cm lag,
wurde von den Kameraden Fitzner und Konopac das enorme Gefahrenpotential dieser Stelle erläutert.
Doch nachdem ein Kamerad sich kurzer Hand ein Herz fasste und das doch recht frische Wasser durchquerte,
war dieses Thema erst einmal erledigt. Trotz des Nebels den unsere schwitzenden Körper – manche mehr, manche weniger –
in der Höhle verbreiteten, wurde im Folgenden des öfteren kurze Fotographierstops eingelegt, wobei sich
Herr Weinreich und Herr Schmidt als doch recht brauchbare Blitzschlampen erwiesen - das panische Gebrabbel über unsere Endzeit
des Herrn Konopac wurde weitgehend ignoriert.
Kurz vorm Erreichen des geplanten Ziel, erwartete uns noch ein recht gewagter Drahtseilakt über eine 15m tiefe Schlucht.
Ein auf fusshöhe gespanntes, dünnes Drahtseil in Kombination mit einem auf kopfhöhe lausig gespannten Zwillingsseil,
veranlasste uns noch einmal alles zu geben. Nachdem diese Stelle von allen sehr elegant genommen worden war, hatten man sein
Endziel erreicht.
Doch die hier ursprünglich geplante ausgiebige Pause wurde aufgrund der Besorgten, teilweise schon panisch
wirkenden Einwände einiger Kameraden bezüglich des ansteigenden Wasserspiegels kurzer Hand gestrichen und
wir machten uns auf den Rückweg. Ohne größere Zwischenfälle wurde der Hanissiphon, welcher nicht wirklich
bedrohlich wirkte und unter Mobilisierung letzter Kraftreserven auch die Rutsche am Eingang bewältigt.
Nach dem Umziehen und Verpacken der Ausrüstung machten wir uns dann kurz vor sechs wieder auf in heimischen Lande,
wo wir trotz vertraulich link und Stau kurz vor zehn eintrafen.
Fazit: Eine Befahrung der Brunnecker Höhle ist auf jeden Fall mal eine Nacht wert. Die Wasserfälle und der
Flusslauf stellen eine schöne Abwechselung zur sonstigen Schlammschlacht dar. Wer jedoch auf der
Suche nach Tropfsteinen oder Versinterungen ist, guckt lieber Breitarsch am Mittag. Und nochwas: Ohne Red Bull
tritt bei alten Männern der Tod nach etwa 24h ein - mit jedoch ging sogar nach 40h noch einiges...
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