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Missionsbeschreibung -

Aven de Noel

ÖFFENTLICH
Höhle: Aven de Noel interne Verknüpfung.Verknüpfung
Mission: 396 - Kot d'Ardeche
Datum: [Samstag]
Zeitrahmen: 20:05-09:53 [21:02-09:07]
Nettozeit: 12:05 Stunden
Prozentsatz: 72%
Mobil: Stadtmobil
Mannschaft:
Jürgen Wipplinger interne Verknüpfung.Verknüpfung
Michael Kreil interne Verknüpfung.Verknüpfung
Peter Lanig interne Verknüpfung.Verknüpfung
Erik Zenkner interne Verknüpfung.Verknüpfung
Auszeichnungen:
Wiki:
Besprechung:

Zunächst ist der Spalt, durch den sich der Autor soeben abseilt, noch relativ übersichtlich. Nach oben hin überstreicht der Strahl der Scurion in ca. 10 Meter Entfernung dessen oberes Ende. Das Seil liegt am Fels auf, hinter dem Hinterkopf sind noch 50cm bis zur rückwärtigen Wand des Spalts. Nach unten verliert sich der Lichtstrahl im Dunkel. Soweit alles Normal. Also folgt man den zwei 130 Meter langen Seilen nach unten. Die Stimmung zunächst noch gut, der Petlz Stop funktioniert nicht schlechter als sonst, es geht abwärts.

Nach zwei Minuten und ca. 40 Meter tiefer ist jede Kommunikation zur Kameradschaft abgebrochen. Die "Decke" des Spalts ist schon lange ausser Sicht, die Rückwand inzwischen auch - macht aber nichts, denn schließlich liegt das Seil noch immer an der Wand an - man hat Kontakt zum Fels. Ein wenig Sinter ist auch schon zu erkennen - aber nur für den, der gelassen genug ist, um auch tatsächlich hinzuschauen. Der Stop hat sich inzwischen zu einem echten Problem entwickelt: Das Nachführen des Seils gelingt - bedingt durch schwindende Kräfte im rechten Arm - zusehends schlechter.

Zwar selten, aber dennoch vorhanden: Sinterfahnen.Die ersten Gedanken an die Wiederaufstieg drücken die Stimmung. Doch dann:

Wandverlust. Die Wand, an der entlang man sich nun drei Minuten lang hinabgekämpft hat, ist weg.

Frei hängend und ca. 20 Meter weiter unten ist NICHTS mehr zu erkennen. Keine Wand, keine Decke, kein Boden. Das Herz rast. Der Arm schmerzt. Der Petzl Stop verbreitet den Geruch von mehrere hundert Grad heissen Metalls und schürt die Angst, er könne das Seil schmelzen, wenn jetzt die längst überfällige Pause eingeleitet werden würde.

Der Gedanke an den Wiederaufstieg ist ersatzlos von dem Gedanken verdrängt worden, wie schön es denn jetzt wäre, den Boden, oder selbst nur einen anderen CaveSeeker, sehen zu können.

Kreil an kreisrundem Tropfstein - ein Größenvergleich. Interessant dürfte für den Beobachter der Umstand sein, dass es in der Tat so aussieht, als sei der komplette Stalagtit von der Decke gefallen, und hätte sich in den Boden gebohrt. Man beachte die Risse vor den Füssen Herrn Kreils.Die Perestaltik setzt aus. Volle Konzentration auf das - glücklicherweise in strahlendem weiss gehaltene - Seil direkt vor den Augen. Nach weiteren Minuten des Schreckens, dringt die Stimme Herrn Kreils ins Bewußtsein vor. Ein Blick nach unten offenbart kleine tanzende Lichtlein in weiter Ferne. Nur noch 20 Meter. Dann wird ein gelber Schleifsack sichtbar. Der Anblick dieses Schleifsacks wird nicht wieder vergessen - als ersten Hinweis auf die Existenz von festen Boden in der Noel.

Mit allerletzten Kräften wird dieser dann in einem Zustand erreicht, der bisher nur nach 80 Meter aufseilen erreicht wurde: völlig am Ende.

Blumenkopfgrosses Chaos. Grund wie immer: Schwerkraftanomalien. In Frankreich weit verbreitet.Die offizielle Ernennung des Pausenbeauftragten ist die erste Aktivität, die am Höhlenboden wieder in einigermaßen gesetzten Zustand durchgeführt wird. Herrn Lanig wurde die Macht übertragen, jederzeit einen vollständigen Stopp durchzusetzen - spätestens jedoch alle zwei Stunden.

Der 15kilo-Schleifsack, welcher Herrn Kreil im ersten 40 Meter Schacht der Höhle - aufgrund akkumulierter Inkompetenz aller Beteiligten - beinahe zum Verhängnis wurde, war noch einmal kurz Gesprächsthema - und dann rief der Pausenbeauftragte den längst überfälligen Angriff aufs Loch aus.

Einer streckt das Bein, einer ist nur als der Umriss seiner selbst zu erkennen, und einer repräsentiert im Liegen: Herrlich. Es ist 3:20 Uhr.Also schritt man voran. Ohne Komplikationen der Art "Bücken" oder gar "Schlufen" fielen die Meter in Sekundentakt - dem Einsatz des vollen Blitzwerkes zum Trotz.

Die im Zweistundentakt eingelegten Pausen fühlten sich ziemlich unnötig an, aber beim Aufstieg sollten sie sich bezahlt machen. Zumindest für einige.

Mit kraftvollen Zügen wuchtet sich Herr Langig zurück ins Licht.Die vorgefundenen Excentrics sprengen alle bisher aufgestellten Skalen. Ebenso deren Unberührtheit. Aber nicht nur in den eher kleinen Details überzeugt das Loch. Hin und wieder behindern Sinterformen den Blick auf das nackte Gestein, deren Grösse beinahe Adelsberger Dimensionen annehmen.

Luxus-Auf/Abseil-Ausrüstung für ängstliche. Fehlt nur noch ein i'D.Viele Stunden später - wieder am Ende des Seils angekommen - konnte man den Aufstieg nicht länger verdrängen. Chefarzt Z. schwang sich als Erster nach oben. Der Rest hatte nun ausgiebig Zeit, das Material zu sortieren, die Schleifsäcke ungünstig am eigenen Fallgurt anzubringen, und die letzten Reste aus den Flaschen zu lassen. Jedes Gramm zählt.

Winter in Deutschland - Leiden in Frankreich. Geräuschkullise: Schiessender Franzose macht Jagd auf Wildschweine.Während des mehrere Stunden dauernden Aufstieg des Herrn L. wurde am Boden weiter am Gewicht optimiert. Daher auch der .

Zwöf Stunden später - die Sonne schien und Gewehrfeuer war zu hören - sprang der Leihopel an. Abfahrt in Richtung Leihbett.

 
Erzeuger: Organisation: Erik ZenknerText: Jürgen WipplingerBilder: Jürgen WipplingerBildassistenz: Michael KreilBildassistenz: Peter LanigBildassistenz: Erik Zenkner 29.01.2012 - 23:32:18

Bilder: Erste Eindrücke. Völlig unbestäubte Pracht in bestem Lichte.Es sind bereits leichte Wachstumstörungen zu erkennen.Die Störungen nehmen zu.Werden jedoch von strahlendem Persil-Weiss überdeckt.Die erste Horizontalstörung.Wer sich nicht leiden kann, wächst auseinander. Auf der Erde - wie auch unter ihr.In einer Schauhöhle würde dieses Teil sicher vom Führer als Frisches Krüppelwerk.Unkoordiniertes Wachstum in merkwürdigen Farben.Schwerefeldanomalien?Seltener Anblick: Kein Sinter im Weg.Unbeschluft.Obwohl in diesem Loch Kunstfotografie nicht nötig ist, hat es sich Herr Wipplinger nicht nehmen lassen, dennoch ein solches Foto zu erstellen. Hier das Ergebniss.Auch ein paar Kristalle dürfen nicht fehlen.Kreil an kreisrundem Tropfstein - ein Größenvergleich. Interessant dürfte für den Beobachter der Umstand sein, dass es in der Tat so aussieht, als sei der komplette Stalagtit von der Decke gefallen, und hätte sich in den Boden gebohrt. Man beachte die Risse vor den Füssen Herrn Kreils.Der Schwarze. Wohnhaft fast in Hessen.Mittig: Kreil hinter kreisrundem Tropfstein.Wer gerade aus der Schweiz kommt, fragt sich unwillkürlich, wie es sein kann, dass hier noch niemand mit seinen Gummistiefeln herumgetrampelt ist, und ein paar Sinterproben für den heimischen Mülleimer entnommen hat.Schattenspiele.Einer streckt das Bein, einer ist nur als der Umriss seiner selbst zu erkennen, und einer repräsentiert im Liegen: Herrlich. Es ist 3:20 Uhr.Kreil mit Gumpenhupfersack.Halbdisque. Gross.Zwar selten, aber dennoch vorhanden: Sinterfahnen.Ohne Worte.Dieses Teil könnte ein Calcit sein. Muss aber nicht. Auf jeden Fall handelt es sich nicht um Sinter.Sehr selten: Elch-Horn-Sinter.Eine komplett überwucherte Wand. Sie hatte vermutlich keine Chance.Blumenkopfgrosses Chaos. Grund wie immer: Schwerkraftanomalien. In Frankreich weit verbreitet.Bevor Fragen kommen: Nein, wir waren es nicht.Kreil und die Excentrics.Herr Zenkner und eine der vielen hundert Galerien.Herr Zenkner vor einer etwas anderen Sinterwand.Am Wegesrand auf Stiefelhöhe.Ausgetrocknetes Sinterbecken mit Tropfstein. Höhe ca. 150cm.Ausruhen am Sinterbeckenrand.
 
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