Ein kleiner Teil der Division Mittelfranken erbarmte sich kurzfristig
um einer Lochsuche beizuwohnen, die Herr Lindner bereits mehrmals durch Lobpreisen
des unerschöpflichen Potentials des südlichen Frankenjuras einberufen hatte. Eigentlich
war es den Franken aber egal ob es hier Höhlen gibt oder nicht - man wollte nur mal
wieder ein ordentliches Hochwasser begutachten und davon ein paar anständige Bilder
machen...
Fast planmäßig wurde der Zustieg zur Höhle angetreten. Unten angekommen konnte dann
das Hochwasser endlich aus nächster Nähe bestaunt werden. Der Zugang zum umworbenen
Hohlraum wurde aber durch selbiges erfolgreich verwehrt. Hilflos in den Fluten vorbeitreibende
Kleinkinder wurden nicht beachtet.
Herr Lindner schlug deshalb sofort die Alternative des Zugangs von oben vor: „Ned
so schlimm, Schachtzeig brauch ma ned, a Seil langt scho!“ Kurze Zeit später hing
also das Seil an einem Baum. Die komplette Schachtausrüstung wurde in die Säcke gepackt
und in klassischer Art nach Hans Dülfer rutschten die Caveseekers der Reihe nach
runter - der eine elegant, die anderen eher anders. Denn die Abseilstelle war länger
und erheblich steiler als zunächst vermutet. Zum Glück war es mittlerweile stockdunkel,
der unweigerliche Blick in den gähnenden Abgrund und folgende Panikanfälle blieben
dadurch aus.
Die Affeckinger Spalte entpuppte sich als überraschend ansprechender Hohlraum in
dem lustig umhergekrochen werden kann. Im lustigen oberen Teil wurden in schmucken
Spalten einige korrekte Versinterungen vorgefunden die Herr Wipplinger fachkundig
als dokumentierenswert einstufte.
Die Freude am Hohlraum konnte nur durch den Gedanken an den unweigerlich anstehenden
Wiederaufstieg an der Absteilstelle zeitweise beeinträchtigt werden. Die Aufenthaltszeit
in der Höhle wurde durch die Bilddokumentation des Herrn Wipplinger beträchtlich
verlängert. Eigentlich war man ja auf relativ rasches Eindringen und Ausfahren eingestellt
und hatte deshalb kollektiv an angemessener wärmender Unterbekleidung gespart. Selbst
Handschuhe waren nicht im Einsatz.
Mit entsprechenden Unmutsäußerungen wurde daher nicht gegeizt.
Irgendwann war die Unterkühlung stärker als die Muffe vor dem Wiederaufstieg. Dank
klassischer Anseil- und Sicherungsmethode erreichten tatsächlich alle gesund wieder
die Fahrzeuge.
Abschließend wurden bei Abschlussbier und Spezi das Durchlebte verarbeitet und die
anwesenden Eingeborenen studiert.
Fazit: Ein lohnender Hohlraum, das nächste Mal nicht bei Hochwasser
dafür mit langer Unterhose!